Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. . 59 
dürfe, 80 empfehle es Sich, an der bisherigen Ausdehnung der Probezeit 
festzubalten. Sei Schon das Probejahr nicht zur Ausführung gekommen, wie 
Sei da zu erwarten, dass die Forderung einer verdoppelten Probezeit sich 
werde verwirklichen lasgen. 
Remuneration, 
Die Folgen einer Verlängerung der Probezeit würden von dem Candi- 
daten in der Regel um 80 bitterer empfunden werden, da gie während der- 
Selben keine Remuneration erhalten; daher machen diejenigen Gutachten, 
die eine Ausdebhnung der Probezeit verlangen, fast ohne Ausnahme den 
Vorschlag, den Candidaten wenigstens im zweiten Jahre eine angemessene 
und für ihren Lebenzunterbalt ausreichende Entschädigung zu gewähren 
(Patschkau, Landeshut, Striegau, Fritsche). Da aber nicht zu erwarten ist, 
dass der Staat die erheblichen Kosten einer Solchen Entschädigung 80 bald 
zu übernehmen geneigt sein dürfte, 80 möchte gerade dieser Punkt auch 
viele davon abhalten, die Schwierigkeiten unseres Berufes für die grogse 
Zahl der wenig bemittelten Candidaten noch durch Verlängerung ihrer Probe- 
zeit zu erhöhen. 
II. Stufen der Thätigkeit des Candidaten während 
des Probejahres. 
Ehe wir das stufenmässige Aufsteigen des Candidaten vom Schauen 
und Beobachten zum selbständigen Unterrichten entwickeln, ist etwas vor- 
auszuschicken, was Sich schwerlich in eine Formel bringen lässt und doch 
als die Grundbedingung des Gelingens aller Lösungsversuche in der vor- 
liegenden Frage erscheint. Das ist die in allen Gutachten ausdrücklich 
hervorgehobene Voraussetzung, dass alle Glieder des Organismus, in welchen 
der Candidat behufs gseiner Fortbildung aufgenommen wird, von gleichem 
Eifer für das Schulamt im Allgemeinen und für die Mitwirkung an der 
durch den Candidaten erwachgsenden Arbeit im Begonderen erfüllt Sind. Das 
Vorhandensein einmüthigen Geistes und Strebens wird allein Schon im Stande. 
Sein, den Candidaten, gselbst wider Seinen Willen, wie in eine Strömung 
hineinzuziehen, ihn mit gleichem idealen Eifer für das gemeingame Interesge 
der Jugendbildung zu erfüllen und dadurch am Besten und vichersten die 
Klippen Sachlicher Schwierigkeiten und persönlicher Peinlichkeiten schon im 
Anfange vermeiden zu lassen. Ohne die Mitwirkung eines starken, das 
Ganze treibenden Geistes würde ungere Arbeit wenig gelingen, auch wenn 
die einzelnen Forderungen, die Jetzt aufgestellt werden sollen, auf das Pünkt- 
lichste und Genaueste erfüllt würden. 
Die Thätigkeit des Candidaten und die Arbeit an dem Candidaten 
während des ProbeJjahres gliedert Sich nach folgenden Stufen und Richtungen:
	        

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