Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

62 Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktigceher u. pädagogischer Beziehung. 
Fach zu beschränken (Bregslau Friedr.). Darin aber gind alle Berichte über- 
einstimmend, dass das Hospitiren planmässig, auf Grund der Rathschläge 
des Directors erfolgen Soll. 
Im Interesse der Planmägssigkeit aber scheint es mir zu liegen, die 
Zeit vor dem eigenen Unterricht und die spätere streng zu Scheiden. Um 
die dem eigenen Unterricht voraufgehende Periode des Hogpitirens nicht 
allzusehr ausdehnen zu müssen, um auch auf diegem Gebiete nicht durch 
Vielerlei zu zerstreuen und dadurch mehr zu belasten als aufzuklären, um 
das Hospitiren in die directeste Beziehung zu dem eigenen Unterrichte zu 
Setzen, i8t es mir nothwendig erschienen, in der ersten Periode das Hogspi- 
tiren auf den regelmässigen Besuch derjenigen Stunden zu beschränken, 
welche der Candidat nach Kurzem gelbst übernehmen Soll, später dagegen, 
nachdem er den Unterricht übernommen hat, durch weiteres, planmägsiges 
Hospitiren seine Einsgicht in den Organismus und die Mannigfaltigkeit der 
Stufen und Methoden zu erweitern und zu vervollständigen. Von der zweiten 
otufe des Hospitirens wird weiter unten besonders gehandelt werden. Für 
die erste Periode aber halten wir daran fest, dass der Candidat bei Seinem 
Fachlehrer in den für ihn in Ausgicht genommenen Stunden hospitirt, damit 
er das Ganze und die Einzelbeiten geines eigenen Unterrichts im Voraus 
kenven lerne und gerade zu dem Lehrer in nähere Beziehung trete, der 
auf ihn auch nach der Uebernahme des Unterrichts den grögsten Einfluss 
haben soll. Damit werden zugleich die Vorschläge noch einmal ausdrücklich 
abgelehnt, die für die Zeit des Hospitirens und darüber hinaus einen engeren 
Anschluss des Candidaten an einen 80genannten Tutor, der nicht mit 
dem Fachlehrer nothwendig identisch ist, verlangen (Striegau, Waldenburg, 
Grünberg). 
Die zweite Frage bezieht ich auf die beste Art der Ausnutzung und 
Fruchtbarmachung des Hospitirens. Wenn Landeghut meint, dass ein Be- 
rathen des Candidaten Seitens des Fachlehrers misglich ei, weil der Candidat 
zu diegem nicht in dem Verhältniss der Unterordnung stehe, 80 steht es mit 
Solcher Anschauung und Begründung vereinzelt. Andere Gutachten, die im 
Probejahr und begonders in dem Hospitiren mit misstrauischen Augen eine 
zu weitgehende, unnütze Bevormundung und Gängelung gehen, verwerfen 
Selbstverständlich auch eine systematische Beeinflussung des Candidaten für 
diese Periode. Dagegen wird von andern Berichten es ausdrücklich als eine 
Pflicht des Fachlehrers bezeichnet, vor und nach jeder Lection mit dem 
Candidaten sich zu besprechen; insbesondere goll er ihm vorher mittheilen, 
welchen Gegenstand er behandeln und in welche Haupttheile die Lection 
zerfallen werde, nach dem Unterrichte aber ihn auf Einzelheiten der Didaktik 
und Disciplin aufmerksam machen, zu eigenen Aeusserungen über Seine 
Wahrnehmungen veranlassen und auch gseine Bedenken und irrthümlichen
	        

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