Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 63 
Anschauungen wohlwollend anhören, lögen und berichtigen. (Breslau Friedr., 
Matth., Königshütte, Neisse G., Ratibor, Ohlau.) Ob der Candidat ein 
besonderes Tagebuch über seine Beobachtungen anlegen will (wie Ohlau vor- 
Schlägt), mag ihm selbst überlassen bleiben. Dass der Director dem Hospi- 
tiren des Candidaten geine volle Aufmerksamkeit zuwende, fordert nicht 
blos Seine Dienstinstruction, die ihn an erster Stelle für Alles, was an der 
Anstalt geschieht, verantwortlich macht, Sondern erscheint auch aus dem 
Grunde nothwendig, weil er allein darüber endgültig zu entscheiden haben 
wird, wann das Hospitiren zu beendigen und der Unterricht zu übernehmen 
Sei. Eine Gruppe von Gutachten fordert daher ausdrücklich, dass der 
Director bisweilen gleichzeitig mit dem Candidaten dem Unterrichte des 
Fachlehrers beiwohne und nach der Lection mit diesgem und dem Candidaten 
den Unterricht eingehend bespreche (Löwenberg, Gross-Glogau K., Neisse G., 
Neustadt). Breslau M. hält zwar golche Belehrungen des Candidaten in 
besonderen Conferenzen für eine überflüssige Zumuthung an den Leiter der 
Anstalt, wofern nehmlich die allgemeinen und Fachconferenzen in vorgchrifts- 
mägsiger Weise pünktlich abgehalten werden. Indessen haben Besprechungen 
der Art jedenfalls den unverkennbaren Werth, dass in ihnen auch der Can- 
didat in umfangreicherer Weise zur Aeussgerung geiner Angicht gelangen 
kann; auch hat, wenn ihr Gegenstand das Material einer eben gehaltenen 
Lection sein Soll, die eingehende Bebandlung dergelben für die Mitglieder 
des Collegiums, die dem Unterrichte nicht beigewohnt haben, ein nur geringes 
Interesse. Jedenfalls möchte daran festzuhalten Sein, dass wenigstens einmal, 
und zwar unmittelbar bevor der Unterricht in die Hände des Candidaten 
übergeht, eine förmliche Besprechung einer Lection unter den drei Be- 
theiligten Statt finden muss. 
Die Frage, wie weit der Director zich in dieser Aufgabe von einem 
andern Lehrer vertreten lassgen darf, wird nach den vorhandenen Dienst- 
instructionen gich ohne Schwierigkeit lögen lassen. 
Endlich wird die Frage erhoben, wie lange das Hospitiren dauern 
8011. Während Creuzburg die Entscheidung hierüber dem Instructor über- 
lasgen will, hält Jauer es gelbst für zu weitgehend, wenn dem Director 
dieses Recht beigelegt wird, nach dem Gutachten von Breglau Friedr. aber 
Soll der Candidat gelbst wisgen, wann das Hogspitiren beendigt werden muss. 
Andere wollen in dem zu behandelnden Unterrichtsstoffe einen Massstab für 
die gesuchte Zeitbestimmung finden, indem sie den Candidaten 80 lange 
hospitiren lassen, bis ein grösgerer Abschnitt bewältigt ist (Königshütte u. a.). 
Eine grösgere Anzahl von Berichten wollen Jedenfalls eine übermässige Aus- 
dehnung ausschliessen (Breslau M., Friedr., Hirschberg, Löwenbersz, 
Liegnitz G., -- weil ein langes Hospitiren ohne Nutzen 8ei; der Candidat 
verstehe es noch nicht, mit Verständniss zuzuhören, --). Die bestimmteren
	        

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