Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

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Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer uw. pädagogischer Beziehung. 65 
zweitens Sind einzelne der vorgeschlagenen Unterrichtsobjecte, z. B. Repeti- 
tionen gröggerer Abschnitte, durchaus nicht leicht zu bewältigen, wenn die 
Repetition nicht eine mechanische, alles Einzelne sclavisch wiederholende, 
Sondern eine das Wichtigste hervorhebende und zum Bewusstsein bringende 
und auf diese Art allein fruchtbare sein Soll. Daher erklären gich einige 
Gutachten ausdrücklich gegen ein gsolches Verfahren, „das in verschiedener 
Hinsicht zersplitternd wirken müsste“ (Hirschberg MaJorität, Striegau); auch 
Sind Gegner desselben Selbstverständlich alle diejenigen, welche dem Candi- 
daten gleich im Anfange einen gelbständigen Unterricht anvertrauen wollen. 
Die Arbeit des Candidaten soll eine zusammenhängende, planmässige Leistung 
werden. Schon während des Hospitirens wird er auf Grund der Lections- 
pläne, 80 wie auf Grund des Unterrichts, den er fortzusetzen berufen ist, 
Sich einen Plan zurecht legen, den er vor der Ausführung dem Director 
und dem Fachlehrer vorlegt (Königshütte, Oblau). Damit aber der ganze 
Plan nicht an den Einzelheiten scheitere, Sollte er Sich auch vor Jeder 
Lection mit dem Fachlehrer besprechen und verständigen (Königshütte, 
Breslau Joh.); die Erfüllung dieser Forderungen wird von gleichem Vortheil 
für Lehrer und Lernende gein und schädigt die velbständigkeit des Unter- 
richtenden nicht. 
Diege erscheint zwar nach vielen Berichten durch die Gegenwart und 
Aufsicht des Fachlehrers in den Lectionen des Candidaten gefährdet. Daber 
wollen einige Gutachten sich mit der Controle, die der Director jedem 
Lehrer gegenüber zu üben berechtigt und verpflichtet ist, und die derselbe 
auch einem Stellvertreter übertragen kann (Pless, Breslau Matth.), begnügen. 
(Patschkau, Breslau Zw.), während andere auf sie wenigstens den Hauptwerth 
legen (Liegnitz R. A. -- „Seine öftere Anwegenheit Bedingung“ --, Breglau 
M. -- „nicht zu häufig“ --, Bunzlau, Leobschütz, Gross-Glogau K.). Dieses 
den Directoren entgegen getragene Vertrauen kann Tarnowitz nicht theilen; 
„auch unter Directoren geien keine Universalgenies; welcher Director besitze 
denn Soviel pädagogische und didaktische Erfahrung, um in allen Gegen- 
Ständen einen Rath ertheilen zu können; die Fortbildung der Candidaten 
durch den Director werde immer nur eine beschränkte, mehr anregende, 
als anleitende gein können, 80mit bleibe der Candidat wegentlich auf sich 
Selbst angewiesen. Indeggen die Mehrzahl der Gutachten stimmt für eine 
masgvolle und allmählich immer mehr zurücktretende Aufsicht des Fach- 
lehrers (Kattowitz, Jauer, Leobschütz, Ratibor, Breslau Friedr., Joh., 
Bunzlau, Schweidnitz), der in den Stunden gelbst ich des Eingreitens ent- 
halten wird (Breslau M., Gross-Glogau K., Pless), nach denselben aber dem 
Candidaten geine Beobachtungen mittheilen 8oll. Nur ein Gutachten (Königs- 
hütte) stimmt dafür, dass der Fachlehrer allen Lehrstunden beiwohne. Im 
Allgemeinen halten die Gutachten die besonnene Mitwirkung des Fachlehrers 
Schlegien. 5
	        

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