Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 69 
fällen, nicht unvermittelt an den Candidaten herantritt; Schon vorher wird 
er in den Besprechungen mit dem Fachlehrer und in den Conferenzen, wenn 
in ihnen, wie wohl überall geschieht , in regelmässgigen ZwiSchenräumen die 
Schüler aller Klassen besprochen werden, Gelegenheit haben, über geine 
Schüler ein Urtheil abzugeben und dasselbe an dem Urtheile der übrigen 
Lehrer zu berichtigen. 
Wenn einzelne Gutachten Sich dahin äussern, dass dem Candidaten 
kein Ordinariat anzuvertrauen Sei, 80 ist das bei der Annahme eines regle- 
mentsmässIg abzuleistenden Probejahres auch kaum möglich; wird aber, wie 
heute die Regel ist, dem Candidaten die volle Stundenzahl einer Lehrergtelle 
gegeben, 80 wird man den Erfolg seiner Unterrichtstbätigkeit nur gichern, 
wenn man ihn auch das mit der Stelle verbundene Ordinariat führen läggt. 
Wird dem Candidaten im zweiten Semester ein anderer Unterricht 
übergeben, 80 tritt auch für diesen zunächst eine wenn auch kürzere Periode 
voraufgehenden Hogpitirens ein. Bleibt ihm dagegen der Unterricht des 
ersten Semegters für das ganze Jahr, 80 Sind auch im zweiten Semegter die 
periodischen Beguche und Besprechungen geiner Lectionen Seitens des Directors 
und des Fachlehrers fortzugetzen. 
d) Zweite Stufe des Hospitirens. 
Hatte das Hospitiren des Candidaten auf der ersten Stufe den Zweck, 
den Candidaten möglichst rasch in geine eigene gelbständige Lehrthätigkeit 
einzuführen, 80 ist die Absicht, die der zweiten Stufe zu Grunde liegt, auf 
die Erfassung des ganzen Organismus der Anstalt, zunächst in den Fächern 
des Candidaten, gerichtet. Zu einer solchen Umschau und Uebergicht ge- 
winnt die nöthige Kraft und Ruhe der Candidat erst dann, wenn er die 
ersten Schritte in der beschränkteren Aufgabe überwunden hat (Breslau Zw., 
Freiburg); erst dann wird das über den eigenen Unterricht hinausgehende 
Hospitiren von Nutzen gein (Hirschberg, Königshütte, Strehlen, Breglau 
Friedr., Ohlau); dass auch dieges zweite Hogspitiren planmägssig sei und unter 
Mitwirkung des Directors geschehe, fordern ausdrücklich -mehrere Berichte ; 
wie es planmässig einzurichten 8ei, darüber gehen die Angichten der Bericht- 
erstatter auseimander. Auf der einen Seite wird, wohl in der Voraussetzung, 
dass der Candidat auf einer unteren Stufe unterrichtet , verlangt, dass er 
namentlich in den oberen hospitire (Breslau Joh.), auf der andern Seite, 
dass er zunächst auf der nächst niedern und nächst höhern Stufe dem Unter- 
richt beiwohne, dann in den oberen Klasgen (Breglau M., Oels). Line dritte 
Meinung. geht dahin, dass das Hospitiren in VI und V geschehe (Creuzburg), 
obwohl dasselbe Gutachten dem Candidaten gelbständigen Unterricht in IV 
und 111 zuweist. Wenn wir hier auch die Stimmen in Betracht ziehen, die 
ein umfangreiches Hospitiren Schon im Anfange des Probejahres wüngchen,
	        

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