Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

72 Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 
Candidaten selbst von grösserem Interesse Sind gewiss die Berichte, die er 
im Angchluss an geine eigene Thätigkeit zu geben veranlasst wird. Die 
Gutachten enthalten über diesen Punkt Folgendes. 
f) Referate. 
Wenige Gutachten verlangen, dass Solche Berichte von dem Candidaten 
im der Conferenz mündlich erstattet werden, mehr Beifall finden die gehrift- 
lichen Ausarbeitungen. In Betreff des Objectes aber wollen die einen über 
pädagogisch - didaktische Fragen (Striegau, Neisse R., Oels) und s0gar über 
pädagogische Probleme (Neisse G.) referiren lassen, während andere golche 
Gegenstände entschieden zurückweisen, weil gie über Kraft und Erfahrung 
des Candidaten hinausgehen (Grünberg), und an die eigene Thätigkeit des 
Candidaten anknüpfen wollen (Breslau Matth. bezeichnet das wenigstens als 
frommen Wunsch, ohne besondere Erwartungen daran zu knüpfen: Brieg, 
Guhrau, Waldenburg, Gross-Glogau E., Ratibor, Hirschberg -- für Arbeiten, 
welche die Anwendung der Theorie auf die Praxis behandeln --). 
Wenn gegen Referate über die eigene Thätigkeit Gross-Glogau K. 
(Majorität) den Einwand erhebt, sie Seien bedenklich, weil gie leicht zur 
Selbsttäuschung führen könnten, 80 wird diesgem Bedenken das richtige 
Moment von Ohlau (welches freilich hierin an die Arbeiten Junger Lehrer, 
nicht von Candidaten, denkt) entgegen gestellt, dass gar manche Frage der 
Praxis erst durch schriftliche Aufzeichnung klar zum Bewusstgein gebracht 
werde. Es empfiehlt gsich nicht, dass golche gchriftliche Referate in der 
Gesammtconferenz vorgetragen und erörtert werden, wie Grogss-Glogau K. 
wünscht, oder 'dass Sie vom Director censirt und an das Provinzial-Schul- 
collegium gesandt werden (Hirschberg schwache Majorität): Damit möchte 
den Arbeiten, die nur den Zweck haben gollen, den Candidaten in geiner 
Fortbildung zu fördern, eine zu grosse Bedeutung beigelegt werden. Indesgen 
iSt mit Gross- Glogau E. eine Besprechung der Arbeiten allerdings für gehr 
erspriesslich zu halten, Sie muss nur innerhalb des kleinen Kreises bleiben, 
welchem die Ausbildung des Candidaten zunächst übertragen ist und in 
welchem der Candidat wohl ganz vor der Gefahr der Selbsttäuschung und 
velbstüberschätzung bewahrt bleiben dürfte. Den mir überwiegenen Can- 
didaten habe ich anheimgegtellt, am Ende jedes Halbjahres ein gchriftliches 
Referat über einen Theil der ihnen übertragenen Lectionen an mich abzu- 
geben. Das eingelieferte Referat ist in jedem Falle dem betreffenden Fach- 
lehrer vorgelegt und dann mit ihm und dem Candidaten besprochen worden. 
Die Arbeiten waren, je nach der Natur ihres Verfasgers, theils gründlich, 
theils oberflächlich abgefasst; aber bei keiner dergelben ist mir das Bedenken 
aufgestiegen, gie könne die angedeutete üble Wirkung hervorgebracht haben. 
Dagegen möchte grossen Bedenken der Vorschlag von Creuzburg begegnen,
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.