Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 73 
den Candidaten gschriftlich Probelectionen augarbeiten und diesge eventuell im 
Programm abdrucken zu lassen. Eine Probelection zur Erprobung geiner 
Leistungsfähigkeit könnte dem Candidaten wohl zugemuthet werden; eine 
Probelection im Sinne einer Musterlection ist Sache erfahrener Meigster. 
2) Conferenzen. 
Wenn gsoeben in Betreff der Referate der Vorschlag abgelehnt worden 
iSt, diegelben in den allgemeinen Conferenzen zum Vortrag bringen zu lasgen, 
80 gSchliesst das nicht aus, dass wir den Conferenzen auch für die Fort- 
bildung der Candidaten hohe Wichtigkeit beilegen. Wie die allgemeinen 
und Fachconferenzen das beste, oft das einzige wirksame Bindemittel für 
die Glieder des Collegiums gsind, 80 bieten gie auch dem Candidaten die 
beste Gelegenheit, Seine Einsicht in den Organismus zu mehren und vor 
Einzeitigkeit zu bewahren; in ihnen allein kann er den einmüthigen Geist, 
der das Collegium beherrscht, voll begreifen und von ihm ergriffen werden. 
Daher legen die Gutachten hohen Werth auf die Theilnahme des Candidaten 
wie an allen übrigen Einrichtungen und Gestaltungen des Schullebens 
(Festlichkeiten, Andachten, Prüfungen), 80 insbegondere an den Conferenzen, 
von denen die allgemeinen den Candidaten mehr in Hingicht auf Erziehung 
und Zucht, die Fachconferenzen mehr in didaktischer Beziehung fördern 
werden. Der junge Anfänger wird sich zwar in der Conferenz zunächst 
mehr receptiv verhalten; aber gelegentlich wird er auch zu Aeusgerungen 
geradezu veranlasst werden, namentlich bei der periodisch wiederkehrenden 
Besprechung der Klasgen, in denen er unterrichtet. 
h) Andere Förderungsmittel. 
1. Zuweisung zurückgebliebener Schüler. 
Es 8ind für die Fortbildung der Candidaten in einzelnen Gutachten 
noch einige weitere Mittel in Vorschlag gebracht worden, die fast alle der 
Art Sind, dass Sie entweder über das vorliegende Thema hinausragen oder 
voraussichtlich keine nennenswerthe Zustimmung finden werden. Die Mehr- 
zahl derselben knüpft an die bereits behandelte Thätigkeit des Candidaten, 
an das Unterrichten und das Hogspitiren, an. In Beziehung auf den Unter- 
richt wird die Zuweigung von Schwachen und zurückgebliebenen Schülern 
an den Candidaten als förderlich empfohlen (Gross-Glogau E., Schweidnitz, 
Grünberg -- „unter Umständen“ --). Ausdrücklich dagegen erklären gich 
Gross-Glogau K., Breslau M., Wohlau, Striegau. Wenn die Mehrzahl aller 
Gutachten Schon die normale Unterrichtsthätigkeit des Candidaten mit be- 
Sonderer Sorgfalt begleitet und gehütet wissen will, damit dergelbe an ihren 
Schwierigkeiten nicht scheitere, 80 ist anzunehmen, dass dieselbe Mehrzahl 
Sich auch gegen einen Vorschlag erklären wird, der bei dem Candidaten
	        

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