Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen TLiehrer in didaktischer 1. pädagogischer Beziehung. 77 
Bericht des Directors, welcher die an der Fortbildung des Candidaten un- 
mittelbar betheiligten Lehrer vorher zu hören hat, das Provinzial-Schul- 
collegium dem Candidaten ein Zeugniss über das Probejahr ausstellt. Aus 
dem Umstande, dass das Provinzial-Schulcollegium die amtliche Ausstellung 
des Zeugnisses und für dessen Inhalt die Verantwortlichkeit übernimmt, 
Sowie daraus, dass, wenigstens in den letzten Jabren, Soviel mir bekannt ist, 
die Provinzial-Schulräthe die ich ihnen bei ibrer öfteren Anwegenheit an der 
Anstalt darbietende Gelegenheit benutzt haben, einzelne Lectionen des Can- 
didaten zu beguchen und geine Haltung und Methode aus eigener Anschauung 
kennen zu lernen, folgt erstens, dass das Provinzial-Schulcollegium das Recht 
und in der Regel das nöthige Material in Händen bat, um an dem von dem 
Director abgegebenen Gutachten, wenn es nöthig erscheinen gollte, Aende- 
rungen vorzunehmen (entgegen dem Gutachten von Freiburg, welches es 
bitter beklagt und bemängelt, dass in einem Falle ein Gutachten des Directors 
von dem Provinzial-Schulcollegium in einem Punkte abgeschwächt worden 
iSt) ; zweitens, dass durch die Möglichkeit Solcher Berichtigung und Ergänzung 
Seitens des Provinzial-Schulcollegiums die Bedenken derjenigen abgeschwächt 
werden, welche dem Director nicht genug Unbefangenbeit zur Ausstellung 
eines ganz wahrhaftigen Zeugnisses namentlich für den Fall zutrauen, dass 
der Candidat keine begonderen Leistungen aufzuweisen hat, oder das Urtheil 
eines Mannes, das von Bedeutung für die ganze Zukunft des Candidaten 
iSt, für ein eingeitiges, daber das gute Recht des Candidaten nicht genug 
wahrendes halten ; drittens, dass in der Regel die Probelection wird weg- 
fallen können. | 
Probelecetion. 
Gerade an der Probelection wollen festhalten Striegau, Landeghut, 
Schweidnitz, Oppeln, Liegnitz G. und die Mehrzahl derjenigen, welche ent- 
- weder der Probezeit eine grösgere Ausdehnung geben oder diegelbe mit einer 
besonderen Prüfung abschliessen wollen. Für diejenigen, die für das bis- 
berige Verfahren eintreten, erübrigt eich ohne Zweifel die Probelection; am 
allerwenigsten dürfte nach den Ausführungen über die Fortbildung des Can- 
didaten während des Probejahrs für den Director die Nothwendigkeit vor- 
handen Sgein, gein Urtheil noch besonders auf eine oder mehrere Probelectionen 
(die Majorität in Hirschberg verwirft den Vorschlag von zwei bis drei Probe- 
Jectionen) zu gründen. Breslau M. und die Majorität in Grünberg stimmen 
gegen jede Probelection, auch gegen die vor einem Schnulrath abzuhaltende. 
Für den Fall, dass an der Probelection festgehalten wird, möchte der 
Vorschlag von Fritsche berechtigt gein, dass der Probecandidat die Probe- 
lection innerhalb geines bisherigen Unterrichts, nicht vor einer Klasse, 
die er nicht kennt, oder in einer Lection, die er noch nicht ertheilt hat, 
abhalten soll.
	        

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