Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

78 Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 
Prüfung. 
Gegenüber dem bisherigen Verfahren schlägt eine nicht unbeträchtliche 
Zahl von Berichten vor, das Ergebniss der Probezeit auf eine andere Art, 
insbesondere durch eine Prüfung festzustellen. Fritsche-Grünberg will eine 
umfangreiche Prüfung, verzichtet aber nicht auf das Gutachten des Directors; 
entsprechend der von ihm vorgeschlagenen zweijährigen Probezeit an zwei 
verschiedenen Anstalten verlangt er, dass das Schlusgurtheil gich auf die 
einander ergänzenden Zeugnisse der beiden Directoren stütze. 
Von den Gründen, die zu der Forderung einer Prüfung am Schluss 
der Probezeit geführt haben, sind folgende hervorzuheben. Diejenigen, 
welche verneinen, dass der Director in der Regel die unerlässliche Unbe- 
fangenheit für die Abfassung eines in Seinen Folgen 80 wichtigen Zeugnisses 
besitze, und deghalb die Feststellung des Endergebnisses der Probezeit 
anderen, dazu befähigteren Personen überweisen, können dies nur unter 
Voraussetzung einer Prüfung thun, durch welche der Candidat Seinen Be- 
urtheilern gegenüber, die ihm bis dahin fremd waren, geine Befähigung nach- 
weisen kann. Andere wieder haben geglaubt, die Forderung eines Nach- 
weises der Kenntnisse in Psychologie, Pädagogik und Gegchichte der Päda- 
gogik für das erste, fachwissenschaftliche Examen pro fac. doc. aufgeben zu 
können, wenn eine Prüfung darin dem Abschlusse des Probejahrs vorbehalten 
bliebe (Patschkau, Grogs - Strehlitz, Oppeln, Wohlau, Pless); eine dritte 
Meinung geht dahin, dass die Ausgicht auf Prüfung auf den Fleiss des Can- 
didaten mehr vermögen werde, als alle Winke des Directors (Tarnowitz, 
Fritsche) ; Ohlau endlich meint, es fehle ein genügend wichtiger und für die 
Folgezeit geradezu entscheidender Abschluss der Probezeit durch besondere 
Einrichtungen. 
In der Frage, vor wem die Prüfung abzulegen gei, Stimmen die be- 
treffenden Gutachten nicht überein. Die Referenten von Kattowitz, Landes- 
hut, Creuzburg bestimmen als Prüfungsbehörde das Provinzial-Schulcollegium, 
Schweidnitz practische Schulmänner unter dem Vorgitz des Provinzial-Schul- 
raths. Fritsche will die Prüfungscommisgion ähnlich zusammengegetzt wissen; 
nur gollen die Directoren der Schulen, an denen der Candidat gearbeitet 
hat, und der Dirigent der Schule, an welcher die Probelection gehalten 
wird, zu der Commission gehören. Am Linfachsten gestaltet das Gutachten 
von Leobschütz die Prüfung, indem es sich mit einem Colloquium des Can- 
didaten vor dem Director begnügt (wogegen Breslau M.); am Weitesten 
dagegen geht der Vorschlag von Ohlau, nach welchem in Berlin eine Central- 
Prüfungscommission aus Mitgliedern der Provinzial-Schulcollegien und Solchen 
Directoren und Lehrern, die gich als Bildner von Candidaten ausgezeichnet 
haben, unter dem Vorgitz eines Rathes des Cultusministeriums eingegetzt 
werden soll. Der Correferent von Gross - Glogau E. gschlägt ebenfalls eine
	        

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