Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 83 
achten eine Reihe von Vorschlägen auf, die den jungen Lehrern gegenüber 
angewendet werden sollen. Freilich goll beachtet werden , dass der Junge 
Lehrer durch Seine Anstellung ein gleichberechtigtes Mitglied des Collegiums 
geworden ist, und was im Interesse Seiner weiteren Fortbildung, die bei 
keinem Lehrer ruhen darf (Glatz), von ihm erwartet wird, muss mit Tact 
und Freundlichkeit (Breslau M.) ihm nahe gelegt werden. Hauptsächlich 
muss der an der Anstalt herrschende Geist selbst Sich mächtig anregend 
erweisen (Ohlau, Breslau M., Jauer). An erster Stelle wird auch hier wieder 
betont, dass die wisgenschaftliche und sittliche Fortbildung die Grundlage und 
Voraussetzung unserer besonderen Berufsarbeit Sein soll (Patschkau, Breslau M., 
Leobschütz, Königshütte, Strehlen). Daher wird die Theilnahme an wissen- 
Schaftlichen Vereinen (Leobschütz, Liegnitz G. -- mit dem Vorbehalt: „wo 
und wann gie aus wisgenschaftlichem Streben entspringen“ ---), Kränzehen 
(Neustadt, mit der Bestimmung, dass sie im Gymnagium oder in der Wohnung 
des Directors abgehalten werden), die Abfassung von Arbeiten für die Pro- 
gramme (Ohlau), Augarbeitung von Reden für Schulfestlichkeiten (Ohlau), 
ingbesondere aber auch hier wieder die Abfassung von Referaten für die 
Conferenz (Breslau M., Königshütte -- im Angchluss an golche Referate 
jährlich wenigstens eine Conferenz --, Liegnitz R. A., Ohlau, Strehlen, 
Grogss-Strelitz --- Themata dazu Sind im Anfange des Jahres aufzugeben ---) 
und gemeingame Lectüre (Königshütte) empfohlen. Dazu wird für die 
besondere Berufsbildung eime planmässige Fortsetzung des Hogpitirens 
(Jauer, Grogss-Strelitz, Breslau M., Gross-Glogau K. -- und zwar auf einer 
anderen Anstalt --, Königshütte, Leobschütz, Neustadt) und daran geknüpfter 
Besprechung in Anregung gebracht und ein begonderer Werth auf die Theil- 
nahme an den allgemeinen und Fachconferenzen, Schulprüfungen, Klassen- 
prüfungen gelegt. Der für Junge Lehrer von Bunzlau geforderte Urlaub 
und die Bewilligung von Reisestipendien für die, welche neuere Sprachen 
Studirt haben, müssgen auch hier abgelehnt werden. Mit Recht warnt Leob- 
Schütz vor ausgedehntem Privatunterricht; dafür empfiehlt Tarnowitz den 
viel gegensreicheren freiwilligen und ungezwungenen Verkehr mit der Jugend 
ausgerhalb der Schulzeit. Alle diese Vorschläge durften bloss erwähnt 
werden, da sie bereits für Probecandidaten gemacht und in ihrem Werthe 
geprüft worden sind. Eine begondere Zurückweisung erheischt nur die 
Ansgicht, dass es Sich empfehle, den jungen Lehrer nach abgeleistetem Probe- 
jahr nicht an derselben Anstalt zu belassen. Die Vortheile, die mit dem 
Wechgel der Anstalt verbunden 8ind, Sind Keine unentbehrlichen oder 80 
Sicheren, dass ich dagegen den Nuizen aufgeben möchte, den ein längeres 
Einleben in einen und dengelben Organismus nach verschiedenen Seiten 
hin in gich gchliesst; es ist nicht anzunehmen, dass der Candidat, nach Ablauf 
des Probejahrs die Anzstalt, an der er gearbeitet, schon in hinreichendem 
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