Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

284 Fortbildung der candidati probandi und jungen TLehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 
Masse kenne, um andere nach dergelben beurtbeilen zu können. Für ein 
vollständiges Erfassen eines Schulorganisemus möchte ein Lustrum etwa aus- 
reichend gein , und jungen Lehrern ist durchaus zu empfehlen, nicht eher 
Ihre Augen nach anderen Orten zu richten, selbst wenn ihnen dort eine 
pecuniär lohnendere Stellung und Aussicht winkt. Wir leiden an golchem 
frühzeitigen Ausschauen ohnehin genug, als dass wir noch durch eine 
besondere Einrichtung die jungen Lehrer gelbst darauf hinweisen gollten. 
Erst wenn der Lehrer längere Zeit in verschiedenen Stellungen und 
Begchäftigungen einem Organismus gedient hat, wenn er -- man entschuldige 
den vulgären Ausdruck -- warm darin geworden ist, erst dann leistet er 
für diese Anstalt das Höchste und kann gsich nur Schwer von ihr trennen, 
iSt aber auch dann erst für Jede andere Anzstalt eine willkommene Kraft. 
b) Neues. 
Von neuen, für die Fortbildung junger Lehrer allein berechneten 
Vorgschlägen sind zwei hervorzubeben: die Ueberweisung eines Ordinariats 
und eine gewisse Planmäsgigkeit in der Beschäftigung des Jungen Lehrers. 
Dass dem jungen Lehrer bei Seiner vollen Beschäftigung zugleich ein Ordinariat 
zugewiegen wird, geschieht fast in der Regel und ist auch kaum zu um- 
gehen. Wenn trotzdem die besondere Forderung gegstellt wird, dass dem 
jungen Lehrer auch ein Ordinariat übertragen werden goll, 80 ist die Spitze 
dieses Verlangens gegen das Sicherlich heut nicht mehr vorkommende Vesr- 
fahren von Directoren gerichtet, welche jungen Lehrern in verschiedenen 
Klassen eine Anzahl von Fächern, die, wie es heisst, kein anderer Lehrer 
gern haben mochte, zugewiesen haben. 
Der andere wichtigere Vorschlag betrifft die Planmässigkeit in der 
Beschäſftigung der Jungen Lehrer, nicht 80wohl in der ihnen innerhalb eines 
Jahres zuzutheilenden, als in Rückgicht auf den ihnen im Laufe mehrerer 
Jahre nach einander zuzuweisenden Unterricht. Es wird nämlich gefordert, 
dass den Jungen Lehrern nicht Jahre lang, wie bisweilen üblich, derselbe 
Unterricht und zwar in unteren Klassen übertragen werde; die Rücksgicht 
auf ihre Fortbildung verlange, dass ihnen in allmählichem, planmässigem 
Fortschreiten der Unterricht auch auf oberen Stufen anvertraut werde 
(Breslau M., Friedr., Johann., Bunzlau -- einige Stunden in den oberen 
Klassen, aber unter Controle des Fachlehrers --, Liegnitz G. und R. A., 
Ohlau -- „nicht eingeitig zu beschäftigen“ ---). Ingbegondere erklärt sich 
Liegnitz R. A. gegen das etwa von älteren Lehrern in Anspruch genommene 
Privilegium, einen gewissen Unterricht auf die Dauer in der Hand zu be- 
halten. -- Eine massvolle Berücksichtigung der hier vorgetragenen Forderung 
erscheint um 80 unbedenklicher, als es im Interesse der Anstalt gelbst liegt, 
die Gefahr zu vermeiden, dass die Unterrichtsmethode dadurch, dass ein
	        

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