Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

90 Fortbildung der candidati probandi 1. jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. -- Correferat. 
Die Gutachten der einzelnen Schulen 
Hierauf und auf die Nothwendigkeit einer gründlicheren pädagogischen 
Ausbildung basirt eine ganze Reihe von Gutachten die Forderung einer 
doppelten Prüfung, einer fachwissenschaftlichen und einer pädagogischen oder 
praktischen; eine Anzahl dieser Gutachten verlangt auch, dass diese beiden 
Prüfungen durch einen längeren Zeitraum als ein Probejahr getrennt werden, 
noch andere, die keine zweite Prüfung für nöthig halten, wüngchen doch, 
dass die Probezeit verlängert werde. 
3) über die Dauer der Probezeit, 
Ausdrücklich mit dem einen Jahre erklären gich zwar viele An- 
Stalten einverstanden, aber mehrere von diesen doch mit dem Ausdruck des 
Zweifels, ob die Zeit genüge, andere mit dem Zugatz, dass unter Umständen 
die Zeit verlängert werden mügse. - So gagt Breslau Joh., die Probezeit 
dürfe nicht unter einem Jahre dauern, Waldenburg mindestens ein 
Jahr, äbnlich Patschkau; Hirschberg wünscht zwei Jahre zu vermeiden, 
Sprottau verlangt bei ungenügendem Erfolge drei Semester, Glogau K. G. 
in gleichem Falle deren vier, Tarnowitz begnügt sich mit einem Probe- 
jahre, wünscht aber -- und dies kommt im Wesgentlichen mit mehreren 
anderen Gutachten überein, die zwei Jahre fordern -- erst Spätere definitive 
Anstellung. | 
Mehr als zwei Semester überhaupt, und zwar zunächst drei, fordert 
der Referent von Neisse R., dessen Meinung aber das Collegium nicht an- 
genommen zu haben scheint. Wohlau erklärt, das Probejahr genüge nicht, 
ohne eine bestimmte Forderung zu stellen; 3--4 Semester verlangt Ohlau, 
4 Semester Schweidnitz, Breslau Friedr., Pless, Glogau E. G., der Referent 
von Kattowitz (wozu das Collegium, ohne dies ausdrücklich zu adoptiren, 
meint, ein Jahr genüge schwerlich) und der Referent von Sagan gegen die 
Meinung des Collegiums. Der Vorschlag von Oels kommt im Wegentlichen 
auf dasselbe hinaus (vergl. Hoppe's Referat unter „Akademische pädagogische 
Seminare nach dem Muster von Göttingen“). Ueber zwei Jahre hinaus geht 
die Forderung des Referenten von Glogau E. G., der 4-6 Semegter ver- 
langt (die Meinung des Collegiums geht auf 4 Semester). Endlich 6 Semegter 
fordern Beuthen und Görlitz R. . 
Diese letzte Forderung glaubt auch der Correferent nicht unterstützen 
zu können, 80 wünschenswerth ihm eine Verlängerung der Probezeit er- 
Scheint. Junge Lehrer treten nicht, wie angehende Juristen, in eine ganz 
fremde Welt, etwas kommt ihnen die Reminiscenz ihrer Schülerzeit bei dem 
'eigenen Unterricht zu Gute. Vier Semester aber hält er zur gehörigen 
Durchbildung eines Candidaten mit einer weiter unten zu erwähnenden 
näheren Bestimmung für nothwendig.
	        

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