Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi u. jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. --- Correferat. 93 
Anzgichten darüber, ob und in wie weit beim ersten Examen auch auf die 
Sogenannte allgemeine Bildung geprüft werden gsolle, gehen auseinander:; 
viele Gutachten, die ein zweites Examen gar nicht in Betracht gezogen 
haben, äugsgern gich natürlich auch hierüber nicht. Ich glaube, dass man, 
um der ersten Prüfung den Charakter einer wissenschaftlichen zu wahren, 
einstweilen Alles bei Seite lassen Sollte, was dem Einlernen von Notizen und 
der Ablenkung von der Hauptsache Vorschub leistet. Nur die Prüfung in 
Logik, Psychologie, Geschichte der Philosophie, Geschichte und System der 
Pädagogik wäre vielleicht gleich hier abzumachen:; dadurch würde der Charakter 
dieses Examens, als eines streng wisgenschaftlichen, erhöht werden. Ein ge- 
nügendes Mass von Kenntnissen in den Schulfächern, in denen der Candidat 
nicht unterrichten will, kann einstweilen als durch das Abiturientenexamen 
nachgewiesen erachtet werden. Da man schwerlich einen Candidaten gleich 
auf der obersten Stufe beschäftigen wird, hat das keine Gefahr; auch wird 
Sich der Director einen Mann schon angehen. Wie das Examen einzurichten, 
ob und welche Nummern gegeben werden gollen und dergl. mehr, ist nicht 
ungere Sache zu untersuchen. Nur dem fast allgemein verlautbarten Wunsche 
möchte hier ebenfalls Ausdruck gegeben werden, dass Nr. 3 nicht mehr als 
bestanden gelten möge. Die Prüfungscommissionen würden diegelben gein 
wie bigsher. 
Verlauf der Probezeit. 
Nach bestandenem wisgenschaftlichen Examen tritt der Candidat in 
die praktische Laufbahn ein. Statt eines zwei Vorbereitungsjahre werden 
Viele wohl als eine zu grosse Forderung angehen, aber es kann geltend ge- 
macht werden, dass in Folge der Vereinfachung des ersten Examens die 
Sonst fast zur Nothwendigkeit werdende Umgestaltung des Trienniums in ein 
Quadriennium vermieden werden kann. Zwei Jahre gcheinen deswegen 
nöthig, weil nur in golchem Zeitraum der Candidat die verschiedenen Klaggen- 
Stufen durchmachen und aus den ersten Anfängen des Probandus zu voller 
Begschäftigung und Verantwortlichkeit vorschreiten kann. Fünf Jahre braucht 
vom Abiturienten-Examen bis zum Predigtamtscandidaten der Theologe, 
ebensoviel der Mediziner bis er ganz fertig ist, 7--8 80gar der Jurist und 
Verwaltungsbeamte. Der Lehrer ist jetzt (in Folge der leidigen Patronats- 
verhältnisse zwar noch nicht überall, aber doch meistens) 80 gestellt, dass 
es Schon einer erhöheten Anstrengung werth ist, in Seine Laufbahn als voll- 
berechtigt einzutreten. 
Instruction für die Probanden. 
Ein Gutachten schlägt vor, dem Probandus beim Eintritt eine ge- 
druckte Instruction zu übergeben, und dieser Vorschlag erscheint mir 
empfehlenswerth. Erhalten Directoren, Ordinarien und Lehrer, von denen
	        

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