Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

94 Fortbildung der candidati probandi u, jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. -- Correferat, 
doch angenommen werden kann, dass sie den Umfang ihrer Pflichten kennen, 
eine Instruction, 80 Sollte es desto nothwendiger erscheinen, einen Jungen 
Mann durch eine golche Anleitung in Seinen Beruf einzuführen. 
Stundenzahl im Probejahr. Nothwendigkeit eines zweiten Uobungsjahres. 
Der These 7 des Referenten zustimmend, halte ich ebenfalls die 
Zahl von 6-10 Stunden für das erste Semester des Candidaten für die 
richtige; ebenso eine kleine Erhöhung dieger Zahl im zweiten Semesgter. 
Ist denn aber damit der Probandus wirklich erprobt? Hat er gezeigt, dass 
er den vollen Pflichten eines Lehrers, eines Ordinarius genügen kann? 
Dass er mehrere Klasgen, mehrere Gegenstände zugleich zu übergehen, auch 
auf der obersten und untersten Stufe, als den schwierigsten, mit Erfolg zu 
unterrichten im Stande ist? Es gollte Scheinen, als ob, wenn nun der Can- 
didat im zweiten Jahre gich etwas mehr selbst überlassen bleibt und eine 
volle Stelle verwaltet, eine ebenso schwierige Probe für ihn beginnt, als die 
des ersten Jahres. 
Da indesgen der Candidat nicht mehr als völliger Neuling betrachtet 
werden, Sondern Schon nützliche Dienste leisten kann, 80 würde es billig 
und unter jetzigen Verhältnisgen auch unvermeidlich sein, ihm eine Remu- 
neration zu zahlen, ihn als wissenschaftlichen Hilfslehrer („Practikant“ wie 
ein Gutachten vorschlägt) zu bezeichnen. Seine definitive Anstellung aber 
dürfte noch nicht erfolgen. Die scheinbare Schwierigkeit, die aus dem 
jetzigen Lehrermangel abgeleitet werden könnte, würde eben nur eine 
Scheinbare gein. Eine allgemein bindende Verordnung von der obersten 
Behörde --- und die Anwärter müssen, wenn auch mit voller Beschäftgung 
und entsprechender Begoldung, ein Jahr als Hilfslehrer zubringen. 
Vereidigung des Candidaten. 
Dagegen würde ich es für gerecht halten, dass der Probandus, sobald 
er geine Probezeit antritt, 80 gut wie der Referendar, der auch noch erst 
in der Ausbildung begriffen ist, vereidigt werde, theils um ihm die Strenge 
Seiner Pflichten nahezulegen, theils um den Beginn geiner Dienstzeit nicht 
von der Zufälligkeit einer definitiven Anstellung abhängig zu machen. 
Wechsel der Anstalt bei Beginn des zweiten Jahres. 
Eine Frage von untergeordneter Bedeutung ist, ob der Candidat die 
zwei Jahre an einer oder an zwei Anstalten zubringen 8oll. Die Umstände 
können ja 80 verschieden gein, dass eine bindende Regel kaum möglich 
erscheint; eine Anstalt kann leicht wünschen, einen tüchtigen Jungen Mann 
dauernd zu fesgeln, und ihm gelbst das Verbleiben nützlich sein, anderer- 
Seits wird gich doch nicht leugnen lassen, dass der Candidat an vergchie-
	        

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