Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Bestrebungen auf Herstellung der Einheitsschule. Referat. 3 
änderungsvorschlägen, die greifbarere Gegstalt in Form von Schulplänen 
angenommen haben, will die Realschule (Realgymnagium) zum Mittelpunkt 
einer 80genannten KinheitsSchnle machen, während andere, darunter der 
deutsSche EinheitsSchulverein, ohne Zweifel das Gymnasium nur Soweit 
umbilden wollen, daſs die Realgymnagien daneben kaum noch innere 
oder äuſfgere Existenzfähigkeit und Berechtigung hätten. In diegen Streit 
misScht Sich nun die Presse und das Haus unter Betonung gleichgültiger 
und beachtenswerter Momente, zumeist aber mit einer Leidenschaftlichkeit, 
die einem Schulmann übel anstehen würde. Es Schien angezeigt, gewisse 
malſslose, von Leidenschaft diktierte Äuſgerungen nicht mitzuteilen: 
indes Siegte schlieſslich die Meinung, daſs einem vollständigen und ge- 
treuen Bilde der Schatten nicht fehlen dürfe. 
Der gesamte Stoff, den wir zu verarbeiten haben, gliedert Sich von 
Selbst in die Angriffe gegen das Begtehende und in die Verguche etwas 
Neues an dessSen Stelle zu getzen. 
Erster Teil. Angriffe gegen die bestehenden Schulorganismen. 
Gar manche Stimmen richten Sich mit ihrer Unzufriedenbeit gegen 
alle bestehenden Schulsysteme und bestreiten, daſs diegelben zweckmäſsig 
eingerichtet Sind und eine für ungere Zeit genügende Ausbildung der 
Jugend vermitteln. Auch der Hauptverteidiger der Einheitsschule, 
Hornemann, Sstellte auf der vorbereitenden Versammlung zu Hannover, 
auf welcher der deutsche Einheitsschulverein gegründet wurde, am 
4. Oktober 1886 als dritte These den Satz auf: „Weder das Gym- 
naSium noch das Realgymnasium genügen den Anforderungen der Gegen- 
wart völlig" und Schloſs daraus auf die Notwendigkeit einer Verschmelzung 
beider Anstalten, wobei das Beste, das beide Anstalten hätten, erhalten 
bleiben Sollte. 
Am weitesten geht in dieser Richtung der Arzt Dr. Jacusgiel, der in 
Seinen „Gedanken und Vorschlägen einer gründlichen Umgestaltung" von 
dem geSamten modernen Schulgebäude kaum einen Stein auf dem andern 
lasSen will und lebhaft bedauert, daſs, obwohl alle die Mängel des Be- 
Stehenden erkennen, es an einem einheitlichen, grundstürzenden und neu- 
aufbauenden Plane unseres Schulwegens fehle. (S. 21.) 
|. Angriffe gegen das Gymnagium. 
Die häufigsten und heftigsten Angriffe richten Sich gegen das Gym- 
nasSium, und nur Selten werden Stimmen dagegen laut, die dasSelbe gerade 
80, wie es Jetzt ist, verteidigen, wie z. B. die Draheims, der in den Neuen 
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