Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Ziel und Methode des naturbeschreibenden Unterrichts. Referat. 95 
Sich in der Natur zurechtzufinden *) und 8ich ein verständiges 
Interesse an der ErsScheinung, dem Leben und dem Zusgammen- 
hange der natürlichen Dinge zu bewahren. 
C) nach der ethischen Seite 
4. die durch die 80 gewonnene Kingicht in das Verhältnis 
des Menschen zur Natur bedingte Regelung ungeres Verhaltens 
zur Natur. 
Der letzte Zweck, der Sich aus dem Grundverbältnis des MensSchen 
zur Natur und der dadurch mitbedingten Gestaltung geiner Sittlichen 
LebensSaufgaben ergiebt, kann hier nur nebenbei Berücksichtigung finden, 
da er offenbar nicht in demselben Sinne Gegenstand des naturbeschrei- 
benden Unterrichtes Sein kann, wie die anderen; eine bestimmte Me- 
thode wenigstens dürfte Sich für ihn kaum ausfindig machen lassen. 
Wir werden uns daher begnügen mügsen, ihn bei Gelegenheit der 
Methode zu streifen. Auch Sind es wohl vorzugsweise oder ausschlieſs- 
lich die drei ersten Zwecke, die unger Thema mit den Worten Ziel und 
Methode im Sinne hat, 80 zwar, daſs die formalen Zwecke auf die 
Methode, die materialen anf die Ziele hinzuweisen Scheinen, während 
in Wirklichkeit beide 80 wenig zu trennen Sind, wie Ziel und Me- 
thode Selbst. 
Mit dieser Einschränkung auf den formalen und materialen Zweck 
Sind zugleich die allgemeinen Ziele des naturbeschreibenden Unter- 
richtes d. h. die von ihm zu löSenden wegentlichen Aufgaben gegeben. 
Darin Stimmen die meisten Referate überein, wenn auch die Formulierung 
des Zweckes bald mehr den einen, bald mehr den anderen Punkt hervor- 
treten läſst**), in einzelnen Fällen auch Zwecke aufstellt, die wir nur als 
Nebenzwecke oder Folgen des Unterrichtes gelten lasgen Konnten, 
Wir führen hier als Belege des Gegagten einige Beispiele an: 
Breslau Magdal. nach der pommerschen Direktorenkonferenz 1885: 
*) Obwohl aus den Augeinandergetzungen über den Unterrichtszweck deutlich 
genug hervorgeht, was unter dem „Sich zurechtfinden in der Natur" nur gemeint gein 
kann, ist es vielleicht nicht überflüsgig, diesgen Ausdruck durch Anführung einer Stelle 
aus dem Reterat von Landeshut zu erläutern. „Der Schüler goll als Gewinn geines 
naturbeschreibenden Unterrichts den davon tragen, daſs . . . . er zur Erkenntnis der 
Einheit, die trotz der kolossal scheinenden Mannigfaltigkeit doch die Natur repräsen- 
tiert, gelangt, und daſs er ohne die einzelnen Naturkörper in ihrer 8peziellen Charakte- 
riStik und Benennung zu kennen, trotzdem gofort im stande ist, zu bestimmen, welche 
Stellung ein ihm entgegentretendes fremdes Naturobjekt zu geiner Umgebung ein- 
nimmt". 
**) Viele Angtalten haben, indem gie unter dem „Ziele" des Themas die beson- 
deren Lehraufgaben vergstehen, die allgemeinen Ziele überhaupt nicht formuliert, andere 
Sich begnügt, die Formulierungen zu reproduzieren, welche von der S8chlesischen Di-
	        

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