Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

98 Ziel und Methode des naturbeschreibenrden Unterrichts, Referat. 
die wegentlichsten bleiben und eine Sichere Grundlage für die Wieder- 
auffrischung der übrigen, einen Kern auch bilden, an dem neue Kennt- 
nisse ankrystalliSieren können. Kin Solcher, wenn auch noch 80 beschei- 
dener Rückstand ZzuSammenhängender und wobhlgeordneter Kenntnisse 
bietet auch die einzige Bürgschaft für das bleibende Interesse an der 
Natur, das mit Recht von 80 vielen Referaten als eines der WegSentlichsten 
Unterrichtsziele betont wird. Die unzusammenhängenden und unge- 
ordneten Kenntnisse, die vielfach die einzige Frucht des naturbegschrei- 
benden Unterrichtes waren, haben die in gymnagialen Kreisen früher 
Sehr verbreitete Meinung, daſs dergelbe für die allgemeine Bildung 
wertlos Sei, immer von neuem gestützt. Es muſs daber die Feststellung 
des Unterrichtszieles auch diesen Punkt nicht aufser Acht lasSen, daſs 
der Schüler die Kenntnisse, die er im naturbeschreibenden Unterricht 
gewonnen, alsbald mit Hülfe des Lehrers geordnet und in ZuSammenhang 
gebracht, in übergichtlicher Form Seinem Geiste eingeprägt habe. Wie dies 
am besten zu gesSchehen hat, iSt Sache der Unterrichtsmethode. Ehe 
wir zu dieger, bei der auch die übrigen Forderungen des Unterrichts 
zieles ihre Erledigung finden mügsSen, übergehen, mag die Frage Wwe- 
nigstens berührt werden, ob bei Feststellung des materiellen Zieles, 
bzw. des Umfanges der naturgeschichtlichen Kenntnisse auf den Kkünf- 
tigen Beruf der Schüler Rücksicht zu nehmen oder davon ganz abzu- 
Sehen Sei. Nur wenige Referenten Scheinen geneigt, dem Gymnagium 
eine Rücksichtsnahme anf Spätere Berufsstudien, insbesondere das der 
Medizin und der NaturwisSenschaften, zur Pflicht zu machen. Ref. glaubt 
daber, obwohl er gich auf völlige Übereinstimmung nicht berufen kann, 
hier von einer Widerlegung der in anderen Kreisen Stärker verbreiteten 
gegenteiligen Ansicht um 80 eher Abstand nehmen zu können, als diese 
Widerlegung in Seinen obigen Ausführungen über den Zweck des natur- 
beschreibenden Unterrichtes implicite bereits gegeben ist. Er Stützt 
daher im Folgenden die Bestimmung des Umfanges der auf der Schule 
zu erzielenden naturgeschichtlichen Kenntnisse auf den Satz: In den 
betreffenden Unterricht ist nur das aufzunehmen, was jedem Gebildeten 
ohne Rückgicht auf Seinen Beruf, aber in Übereinstimmung mit Punkt 3 
der Zweckformulierung zu wisSSen not thut. Auch hierbei glaubt er zu- 
nächst von einer Scheidung zwiSchen dem humanistiSchen Gymnagium 
einergeits und den Reallehranstalten anderergeits abgehen zu können, 
die ja Schlieſslich allerdings nicht wird ausbleiben können, wenn es Sich 
um die Feststellung der Ziele für die letzten Unterrichtsstufen und die 
Beziehung der naturgeschichtlichen Disziplinen zur Chemie bandelt. 
Das Wichtigste beim naturbeschreibenden Unterricht ist und bleibt
	        

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