Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Ziel und Methode des naturbeschreibenden Unterrichts, Referat, 99 
die Methode*). Wir stellen diegelbe aber auch deghalb an die Spitze, 
weil die Wahl der richtigen Methode die Erreichung der formalen Bil- 
dungszwecke in erster Linie verbürgt, und weil es uns durchaus wegent- 
lich Scheint, die Methode möglich unabhängig zu halten von dem Umfange 
des Stoffes. Wollte man diesen ohne Rückgicht auf die Methode fest- 
Stellen, d. h. ohne Rücksicht darauf, ob er Sich bei dieser Methode be- 
wältigen Jäſst, 80 würde man den Lebrer zwingen zu Gunsten der Stoff- 
bewältigung Seine Methode abzuändern und dadurch die Erreichung 
wesentlicherer Unterrichtszwecke in Frage stellen oder gelbst vereiteln. 
Da anderergeits die Aufstellung einer Methode ohne Berücksichtigung 
der besonderen Unterrichtsziele Sinnlos wäre, 80 wollen wir als Solche 
bis auf weiteres die Unterrichtsziele, welche die LehrverfassSung vom 
31. März vorschreibt angehen und können das um 80 leichter, als die 
vorliegenden Referate nur in wenigen Punkten abweichender Angicht Sind. 
4. Die Methode des naturbeschreibenden Unterricht im allgemeinen**). 
Lüben, der Reformator des naturgeschichtlichen Unterrichts in 
Deutschland***), Stellte darüber folgende, im wesentlichen noch heut gül- 
tige Regeln auf: 
*) Von Waldenburg begonders betont und beleuchtet. 
**) Das Referat des ordentl. Lehrers Zopf vom Realgymnagium zum beilg. G. in 
Breslau weist auf eine beigefügte Broschüre desselben Verfasgers hin, welche unter 
dem Titel: Der naturwissenschaftliche Gesamt-Unterricht (Natur- und Erd- 
kunde) auf preuſfsgischen Gymnasien beiderlei Art, Breslau 1887, erschienen 
ist. Sie entwickelt den Gedanken, den gesamten naturwisgenschaftlichen und geogra- 
Pphischen Unterricht auf eine veue Bagis zu stellen, 80 zwar, das dergelbe ein einheit- 
liches Ziel verfolgt, und daſs Naturbegchreibung und Geographie nicht mebr als begon- 
dere Unterrichtsfächer erteilt und ebenso von der Phygik und Chemie abgelöst, 80ndern 
auch diese von vornherein in ihren einfachsten Erscheinungen und in engster Verbin- 
dung mit jenen dem Schüler entgegengebracht werden. -- Diege neue, noch unerprobte 
Methode in den Rahmen Seines Referats über Ziel und Methode des naturbegchreiben- 
den Unterrichts aufzunehmen, hielt ich R. nicht für befugt; das Referat von Zopf be- 
zeichnet die bisher übliche Naturbeschreibung als methodisch nicht berechtigt und 
verwirft damit unger Thema überhaupt, Um die neue Methode zu diskutieren, müſste 
die schlesische Direktoren-Konferenz erst den Begchluſs fasgen, von der Beratung 
über das ihr gestellte Thema Abstand zu nehmen, was wohl schwerlich beabsichtigt ist. 
Auch fehlt dazu die für die Beratungen der Direktoren-Konferenz wesentliche Voraus- 
Setzung, daſs nämlich die Fachlehrer und Lehrer-Kollegien vorher in den Stand gegetzt 
waren, Sich gutachtlich über den Gegenstand zu äuſsern. Thatsächlich aber ist nur von 
einer Seite, nämlich in einem kurzen Anhange zum Korreferat von Waldenburg, be- 
kundet, daſs man von dem Enrgcheinen der Zopfschen BrosSchüre Kenntnis hat und ihr 
zustimmt, 
TEE) Anweigung zum Unterricht in der Pflanzenkunde 1832. --- Referent beabgich- 
tigt in diesew Abschnitt nicht eine Gegschichte der Methode zu geben, Sondern nur ihre 
Begründung zu Skizzieren, 80weit es für den vorliegenden Zweck wünsgchenswert ist. 
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