Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Ziel und Methode des naturbeschreibenden Unterrichts. Referat. 107 
Anstalten, wo der naturgeschichtliche Unterricht nicht in der Hand eines 
einzigen Lehrers liegt, Sich nach Möglichkeit an dasSelbe anlehnen. Er 
darf nur in Soweit von demgelben abweichen und Änderungen eintreten 
lasSen, als ihn die jeweiligen Verbältnisse dazu nötigen". 
Kattowitz Ref.: „Ein Leitfaden, welcher das ganze System in voller 
Ausführlichkeit behandelt und dem Lehrer in der Auswahl des Stoffes 
und in der Wahl der Methode grofse Freiheiten läſst, kann in der Hand 
eines tüchtigen Lehrers auch zum Ziele führen. Aber leider Steht das 
Gros der Lehrer noch nicht 80 auf der Höhe, daſs es durch die Mannig- 
faltigkeiten eines Solchen Leitfadens nicht auf Abwege geführt werden 
könnte". Der Herr Referent ist daher für methodische Leitfäden auch - 
aus dem Schon im vorigen Citate enthaltenen Grunde, daſs Sie allein „ein 
harmonisches Zusammenwirken" verbürgen, wo gleichzeitig mehrere natur- 
gesSchichtliche Lehrer unterrichten. 
Diese Citate zeigen, daſs bei der Kinführung der Leitfäden, die an 
vielen Anstalten den Schilling ergetzt, äuſgere Gründe Stark mitgesprochen 
haben. Indem wir uns Vorbehalten, auf diese im nächsten AbsSchnitt 
zurückzukommen, haben wir zunächst noch das Wenige zu bringen, Was 
die Referate über die Lehrbuchfrage enthalten, die von den meisten 
kurz abgefertigt, von einigen ganz übergangen worden I18st, 80 daſs nicht 
einmal die ZuSammenstellung einer Liste möglich war, aus der zu ergehen 
wäre, welches Lehrbuch an jeder SchleSiSchen höheren Lehranstalt ein- 
geführt ist. Es Scheint, daſs der Referent des Matth. G. in Breglau 
recht hat mit der Annahme, daſs an vielen Anstalten noch Schilling ge- 
braucht wird; vielleicht nur deshalb, weil man Sich noch nicht entschieden 
hat, welches andere Lehrbuch man einführen Solle*). 
Der Ref. von Brieg, wo der Leitfaden von Koppe (Streng SySte- 
*) Im Referat des Bresl. Magdal. finden 8ich einige Angaben über die in Breslau 
eingeführten Lehrbücher. Eingeführt 8ei: Der Leitfaden von Vogel u. Gen. am Magda- 
lJenäum, Elisabethan, Matthias G., K. W.-G., an der Ober-Realschule und höheren 
Bürgergchbule II; die Schillingschen Lehrbücher am Jobannis- und Friedrichsgymnagium 
und am Zwinger R. G. (?). Kein Lehrbuch gcheinen die anderen Ansgtalten zu haben. 
Auch in der Provinz g8cheint mehrfach Vogel eingeführt: 80 in Glatz, häufiger Bail 
(ansgcheinend in Liegnitz Ritterakad., Görlitz, Neustadt, Ratibor, Kattowitz). 
Bezeichnend für das Stadium, in dem gich die Lehrbuchfrage befindet, ist folgende 
Stelle aus dem Konferenzprotokoll des Patschkauer G.: „Eingehendere Besprechung 
verurgachte die Lehrbuchfrage. Man vermiſst eine kritigierende Stellungnahme des 
Referenten zu den bestehenden bezw. hier eingeführten Lehrbüchern, deren Mängel 
erheblich Scheinen und macht auf die anscheinend widersprechenden Äuſserungen über 
die Frage nach der Zugrundelegung eines Lehrbuches in dem Referate Selbst und der 
Thesen aufmerksam". 
Mit Recht gagt der Korref. von Leobschütz: „Pflicht eines jeden Lehrers ist es, 
Sich an das einmal eingeführte Lehrbuch 80 eng wie möglich anzuschlieſsen, Hält er
	        

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