Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Ziel und Methode des naturbeschreibenden Unterrichts. Referat. 109 
Schönen und klaren Beschreibungen auszeichnet". Nur einige Änderungen 
im Kurgsus der V wären Ihm erwünscht. -- Auf Solche kurzen und allge- 
mein gehaltenen Bemerkungen beschränken Sich, wie Schon gegagt, leider 
die meisten Referate, welche für methodisSche Leitfäden Sind. Daſs diese 
methodisch Sind und Sich angeblich eng an die Bestimmungen anschlieſsen, 
muſs als Begründung ihres Wertes gelten. 
Einen abweichenden und dem oben entwickelten des R. näher Stehen- 
den oder Sich vielleicht mit ihm deckenden Standpunkt nehmen die beiden 
folgenden Gutachten ein, die wir zur Vervollständigung ungeres leider Sehr 
lückenhaften Bildes der Lehrbuchfrage noch hören wollen. 
Der Ref. von Strieganu fährt, nachdem er von der Fragestellung beim 
naturbeschreibenden Unterricht und deren Bedeutung für die Entwickelung 
der Denkthätigkeit gesprochen, fort: „Lehrbücher, auch die zweckmäſsigsten, 
leisten hier nicht das Gleiche, und wenn gleichwohl in letzter Zeit die 
methodisch geordneten Leitfäden verschiedener Verfasger Verbreitung 
gefunden haben, 80 läſst Sich aus dergelben wohl auf die Anerkennung 
des methodischen Unterrichts als Solchen in der Naturbeschreibung ein 
Rückschluſs machen, ferner aber auch darauf, daſs der Unterricht an 
ungeren Lehranstalten zum teil noch nicht in die richtigen Hände gelegt 
worden ist. Bücher und immer wieder Bücher Sollen hinweghelfen über 
die Klippen, die nun einmal beim naturbeschreibenden Unterricht unver- 
meidlich Sind. Vieles läſst Sich gegen die ungegschickte Verwendung 
Solcher Hülfsbücher Sagen; denn der Lehrer, welcher ohne diese Hülfs- 
mittel nicht auskommen kann und Sie womöglich dem ganzen natur- 
beschreibenden Unterricht zu Grunde legt, verkennt das Ziel dieses Un- 
terrichtsgegenstandes ganz und gar 1. 8. W. ... „Der Nutzeffekt der rein 
methodisch angelegten Lehrbücher iSt daher aus diesen und auch noch 
aus anderen hier nicht zu erörternden Gründen ein problematischer". 
Und der Ref. von Ohlau, dem wir bereits bei der Entwickelung des 
VUnterrichtszwecks begegnet Sind, Sagt über die Lehrbuchfrage: „Die 
meisten Lehrbücher Scheinen es darauf abgesSeben zu haben, dem Lehrer 
das Unterrichten möglichst bequem zu machen. Es wird viel zu viel nach 
Büchern gearbeitet, Unterrichten ist doch wahrhaftig noch etwas anderes 
als aufgeben und abfragen nach dem Buche. Nicht der tote Buchstabe, 
die Natur Soll das aufgeschlagene Werk Sein, desSen Ziffern der Lehrer 
zu deuten hat. Der Unterricht Soll nicht dem Lebrbuch, Sondern den 
Objekten der Natur folgen; der Gang muſs durch die jeweiligen An- 
Schauungsmittel bestimmt werden. Gerade die Anordnung der Bücher 
dürfte geistige Trägheit und Paragraphenhaspelei zur Folge haben, Fehler 
die Sich nirgends Schlimmer als in der Naturgeschichte rächen. -- Das
	        

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