Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Ziel und Methode des nafurbeschreibenden Unterrichts. Referat. 111 
werden, und dafür giebt es nur ein Mittel, das jedem Schüler jederzeit 
zur Verfügung gestellt werden kann, eine gute Abbildung an derjenigen 
otelle Seines Lehrbuchs, wo von dem betreffenden Naturobjekte zum ersten 
Male die Rede ist. Auch hier aber Sollte der Satz beherzigt werden: 
„Für die Jugend ist das beste eben gut genug". Und da heut an rich- 
tigen, instruktiven und auch technisch vollendeten Bildern kein Mangel 
mehr ist, -- die Befriedigung des Schönheitssinn verleiht der Benutzung 
des Buches einen neuen Reiz -- und auch der Kostenpunkt bei der Billig- 
keit der Herstellung kein unüberwindliches Hindernis mehr bietet, 80 
giebt es keine Entschuldigung mehr dafür, daſs noch immer naturgeschicht- 
liche Lehrbücher obne Abbildungen oder mit Schlechten Abbildungen 
ersScheinen. 
Unter guten Abbildungen aber verstehen wir Solche, die das Wegent- 
liche zur Anschauung bringen, ohne, Soweit es Sich vermeiden läſst, bloſs 
Schematisch zu Sein, und die Sich eng an den Text, an die Beschreibung 
anschlieſsen, diese wegentlich ergänzen und vervollständigen. Daſs aber 
der Nutzen guter Abbildungen Sich nicht auf die Wiederholungen be- 
Schränkt, die ohne gie leicht in leeres Gedächtniswerk augarten, Wird bei 
Betrachtung der einzelnen DiSciplinen zur Sprache kommen. 
6. Die Naturgeschichtslehrer. 
Wie wichtig auch die Methode und zur Sicherstellung der Unterrichts- 
erfolge auch das Lehrbuch Sein mag, 80 können g8ie doch in keinem WwiSSen- 
Schaftlichen Unterrichtsgegenstand weniger als in der Naturbeschreibung 
den Lehrer ergetzen, der hier von der Methode nicht zu trennen ist. 
Denn nur mit der Methode, die Sich der Lehrer durch Nachdenken und 
Probieren Selbst erarbeitet hat, wird er die höchsten Erfolge erzielen, 
die er nach Seiner Individualität zu erzielen vermag. Die Handhabung 
der Methode ist zunächst abhängig von der Stoffbeberrschung, und für 
diese Scheint Ja durch die vom Staate verordneten Prüfungen pro facultate 
docendi ausreichend gesorgt zu Sein. In Wirklichkeit verhält Sich die 
Sache wenigstens im naturbeschreibenden Unterricht doch anders. Nach 
der LehrverfasSung vom 31. März 1882 genügt zur Erteilung des natur- 
beschreibenden Unterrichts wenigstens am Gymnagium die Fakultas für 
die mittleren Klassen. Um diese zu erwerben, braucht man nicht auf der 
Univergität das Studium der beschreibenden NaturwisSenschaften zu Seiner 
Hauptaufgabe gemacht zu haben; jeder Mathematiker Zz. B. kann Sie 
erlangen, ohne auch nur ein Kolleg über Botanik, Zoologie etc. gehört 
zu haben, wenn er bei der Prüfung ein gewisses, Sehr besScheidenes Maſs
	        

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