Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

116 Ziel und Methode des naturbeschreibenden Unterrichts. Referat. 
dernisge begeitigt gind, die z. Z. noch bestehen. Diejenigen Fachlehrer, 
welche die Unterrichtszeit nach oben hin verlängern d, h. den naturbe- 
Schreibenden Unterricht z. T. bis I hinein fortgetzen wollen, Stecken 
ihm höhere Ziele, ohne 8ich doch bei dem Mangel an Erfahrung auf 
diesem Gebiete darüber völlig klar zu Sein, ob diese höheren Ziele auch 
nur in I erreicht werden können. Was Sie im Sinne haben, Setzt ganz 
andere Vorkenntnisse in Phygik und Chemie voraus, als der angehende 
Primaner zu Seiner Verfügung hat. Und Referent, der (von 1882) eine 
Reibe von Jahren am Realgymnagium naturhistorischen Unterricht auch 
in I erteilt hat, dabei die Schüler Selbst in Phygik und Chemie in II 
unterrichtet hatte, fand die Schüler in I doch Kkeineswegs hinreichend 
vorbereitet, um Zz. B. die Lehren von der tieriSchen und pflanzlichen Er- 
nährung oder die Kant-Laplacesche Erdbildungstheorie zum vollen Ver- 
Ständnis zu bringen. Es bleibt daber von den in dieger Richtung ge- 
äuſserten Wünschen nur einer übrig, dem wir eine gewisse innerliche 
Berechtigung nicht werden absprechen können, d. i. die Mineralogie, die, 
wie fast allgemein zugegeben wird, auch auf der höchsten Stufe, die ihr 
zur Zeit eingeräumt werden Kann (OIII Gymn. und UI der Reallebr- 
anstalten), nur mangelhaft behandelt wird, auf einer höheren Stufe unter 
günstigeren Vorbedingungen zu ihrem Rechte kommen zu lassen. Eine 
nähere Krörterung dieser Frage wollen wir in dem Absgschnitt über Ziel 
und Methode des mineralogischen Unterrichts verguchen. 
Daſs man mit den Unterrichtserfolgen nicht recht zufrieden ist, 
geht mittelbar auch daraus hervor, daſs man Sich nach Mitteln umgieht, 
um dem Unterricht ein gröſfseres AnSehen zu geben, als er in den Augen 
der Schüler vorläufig zu genleſgen Scheint, Wenn die Naturbeschreibung 
bei Vergetzungen, was ja wohl allgemein geschieht, jetzt im Verhältnis 
ihrer Stundenzabl berückSichtigt wird, 80 wird das daran wohl wenig 
geändert haben, daſs der Schüler ihr gerade 80 viel Interesge entgegen- 
bringt, als dem Lehrer in ihm zu erregen gelungen ist. Die Sehr yver- 
breitete Ansgicht, daſs der Schüler diegem Unterrichtsgegenstande von. 
vornherein ein weit gröſfseres InteresSe entgegenbringe, als jedem anderen, 
bedarf Sehr der Einschränkung. Sie gilt z. B. nicht von der Botanik, 
für die die meisten Schüler erfahrungsmäſsig nur wenig InteresSe mit- 
bringen. Wie Sehr man aber in pädagogisSchen Kreisgen mit diesem In- 
teresSe rechnet und geneigt ist, darin allein Schon eine genügende Bürg“- 
Schaft für die Leistungen der Schüler in der Naturbeschreibung zu er- 
blicken, geht aus der in zahlreichen Protokollen und gelbst Thesgen 
niedergelegten Forderung hervor, daſs der naturbeschreibende Unterricht 
an den häuslichen Fleiſs des Schülers wenig, womöglich keine An-
	        

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