Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Ziel und Methode des naturbeschreibenden Unterrichts, Reterat, 153 
höchstens Familien zusammen gestellt, was natürlich der Lebrer auch 
für den JjedeSsmaligen Zweck Selbst besorgen Kann. 
An Skelettteilen Sind für die untere Stufe Schädel, womöglich für 
jede Ordnung ein Reprägentant, ein Säugetier-, ein Vogel-, ein Reptilien- 
und Fischskelett erforderlich, ebenso das mensSchliche Skelett für den an- 
thropologiSchen Unterricht. Dieser beansprucht auch einige anatomische 
Modelle, die in reicher Auswahl und zum Teil mustergültiger Darstellung 
zu haben Sind. 
Für die Veranschaulichung der Kunsttriebe der InSekten Sind WachS- 
waben, Horniſs- und Wesgpennegter nicht zu entbehren; anch einige 
Vogelnester dürfen nicht fehlen. Daſs Sich auch die Kenntnis der Vogel- 
eier nicht auf das Hübnerei beschränken darf, leuchtet ein. Die Vor- 
führung von anderen Vogeleiern, von denen wenigstens Reprägentanten 
der einzelnen Ordnungen in der Sammlung nicht fehlen Sollten, giebt dem 
Lehrer VeranlasSung, die nachteiligen Folgen und das Barbarische der 
Zerstörung der Singvögelbruten zu Schildern und die UnterlasSung den 
Schülern eindringlich ans Herz zu legen. 
Auch die Abbild ungen Spielen im Zoologischen Unterricht eine 
weit gröfsere Rolle als im botanischen. Selbst Schulen mit reichen Zoolo- 
gischen Sammlungen können Sie aus den bei der Unterrichtsmethode dar- 
gelegten Gründen nicht entbehren. Die Abbildungen dienen teils dazu, 
die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung und «charakteristischen Haltung 
darzustellen, teils Teile in vergröſfsertem Maſsstabe. Das erstere leistet 
Lehmann - Leutemanns zoologischer Atlas, der beut wohl keiner Anstalt 
mehr fehlt, das letztere Lehmann - Brass, zootomische Wandtafeln und 
Leuckart und Nitzsch's zoologische Wandtafeln; für die Somatologie des 
Mengchen Sind auch Fiedlers anatomische Wandtafeln zu brauchen, desg]. 
Wenzels anatomischer Atlas. 
Auch für den zoologischen Unterricht, wenn auch in geringerem Maſse 
als für den botaniSschen, empfiehlt Sich die Anwendung des Mikroskops 
wenigstens auf der höchsten Stufe; denn erst durch dieses werden die 
vergröſserten Abbildungen kleiner tierischer Teile vollends verständlich. 
Mit Nutzen kann namentlich auch zur Veranschaulichung von kleinen 
tieriSchen Organen das Scioptikon, für das R.-G. Grünberg u, a. ein- 
treten, Verwendung finden; doch wohl mehr zur Ergänzung dessSen, Was be- 
reits auf anderem Wege gewonnen ist, als zur Einführung in ein neuesGebiet. 
Unentbehrlich ist ein Sammlungszimmer. Daſs dies 80 vielfach 
in den Referaten betont wird, deutet darauf hin, daſs es in Schlegien 
manchen höheren Lehranstalten noch fehlt. Dasselbe muſs bell und ge- 
räumig genug nnd mit Glasschränken genügend vergehen Sein, um auch
	        

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