Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

160 Ziel vnd Methode des naturbeschreibenden Unterrichts. Referat. 
zu verwerten. Gut krystalliSierte chemische Präparate kann der Lehrer 
Selbst darstellen; gute Krystalle Sind teuer und werden immer teurer. 
Daſs auch der mineralogische Unterricht aufser den Mineralien, die 
beschrieben werden Sollen, und die in möglichst groſsen und instruktiven 
Handstücken, jede Art in ihren häufigsten Varietäten, zur Verfügung 
Stehen müssen, auch andere Hilfsmittel, insbesondere Krystallmodelle 
braucht, ist allbekannt. Groſse Pappmodelle, wie man gie in Dresden 
bekommt, aber nach Entwerfung der Netze auch von jedem Buchbinder 
machen lasSen kann, empfehlen Sich für den ersten Unterricht namentlich 
In gröſsgeren Klassen. Glasmodelle (Siegen) Sind unentbehrlich, um die 
Hemiedrie zu veranschaulichen; Drahtnetze erleichtern den Einblick in 
die Achsen. Kleine Holzmodelle dienen zur Repetition, und um leichter 
zu den wirklichen Krystallen überzuleiten, Sind inSbegondere aber bei 
der Demonstration der KkrygstalliSierten Mineralien unentbehrlich. Ein 
erfolgreicher Unterricht in der angewandten Krystallographie fordert eine 
gute Krystallsammlung, die wohl nur wenige Schulen haben. Zu einem 
gründlichen Unterricht ist auch ein Goniometer (nach Haug) nicht zu 
entbehren. 
Es wird in mehreren Referaten der Wunsch ausgesprochen, einen 
für Sämtliche Schulen verbindlichen Lehrplan aufzustellen, der für jede 
Klasse genau das Pensum ihres naturbeschreibenden Unterrichts enthält. 
Begründet wird der Wunsch mit den Übelständen, die gich teils aus der 
groſsen Verschiedenheit der Einzellehrpläne für den Übergang von einer 
Schule auf die andere ergeben, teils daraus, daſs, im Falle an einer An- 
Stalt mehrere Lehrer am naturbeschreibenden Unterricht beteiligt ind, 
zur Zeit kein einheitlicher Unterricht stattfinde, weil die Lehrer nicht 
nter einen Hut zu bringen 8ind, Nun ist es aber, zumal in der Botanik 
unmöglich, einen 80 detaillierten Lehrplan, wie er zur Begeitigung des 
letzteren Übelstandes notwendig wäre, an allen Anstalten durchzuführen ; 
das verbietet Schon die Verschiedenheit der lokälen Verhältnisse. Diese 
zwingen dazu, daſs jede Austalt Sich ihren Unterrichtsstoff für die Natur- 
beschreibung auswählt. Dies schlieſst indess eine gewisse Übereinstimmung 
in der Verteilung des Stoffes auf die verschiedenen Klasgen nicht aus. 
Aber diese ist tbatSächlich auch vorhanden, und gie darüber hinaus zu 
führen, heiſst aber Schon einen Zwang augüben, den allem Angscheine nach 
auch die Unterrichtsbehörde nicht will. Referent glaubte daher von der 
Aufstellung Spezieller Lehrpläne für die verschiedenen Kategorien von 
Anstalten Abstand nehmen zu Sollen. Sie würden Schon auf der dritten 
Stufe auseinandergehen müssSen, da das Gymnasium um des früheren
	        

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