Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

ziel und Methode des naturbeschreibenden Unterrichts. Korreferat. 165 
Sichtsvolle Rückgichtnabme auf den gesSamten Organismus der höheren 
Lehranstalten und die Stellung, welche dem naturwisSenschaftlichen Unter- 
richt innerhalb dergelben zugewiesgen iSt, kund giebt. Während damals 
der genannte Referent die unangemessenen Ausschreitungen, die über- 
triebenen Anforderungen der meisten Fachlehrer zurückzuweisen Sich 
veranlaſst Sah, widrigenfalls man Sonst bald dahin Kommen würde „unsere 
Tertianer zu ProfesSoren der Botanik gemacht zu Sehen, die mit der 
Lupe in der Hand Pflanzenpräparate untersuchten, oder Sie als Pro- 
fesSoren der Zoologie vergleichende Betrachtungen der animalen und 
vegetativen Systeme des tieriSchen Organismus anstellen und Sie zu 
Unterguchungen geführt zu Sehen über die Entwickelung des Embryo in 
den vier grofsen Abteilungen des Tierreiches", treten in den vorliegenden 
Gutachten Solche Fanatiker ihres Faches nur noch als verschwindende 
Augnahmen auf. Es muſs vielmehr anerkennend hervorgehoben werden, 
daſs der bei weitem gröſfste Teil der Spezialreferenten, die Selbstver- 
Ständlich fast Sämtlich Fachmänner 8ind, Sich mit dem Umfange und 
den Grenzen, welche die Lehrpläne vom 31. März 1882 dem natur- 
beschreibenden Unterrichte gesteckt haben, einverstanden erklären und 
ebenso, daſs Sie die wöchentliche Stundenzahl für ausreichend halten, um 
die in dengelben angegebenen Ziele zu erreichen. (Liegnitz Gymnasium, 
Gleiwitz Gymnagium, Beuthen, Gr. Strehlitz, Breslau, König Wilhelms 
GymnagSium und höhere Bürgerschule II, Brieg (das Kollegium gegen 
den Referenten), Jauer, Neustadt, Oels, Grünberg 1. a.) Nur wenige 
Anstalten plädieren für eine Erweiterung des Unterrichts; 80 hält es die 
höhere Bürgerschule I zu Breglau für wünschenswert, Naturbeschreibung 
auch in der UII des Gymnagiums erteilt zu gehen; das Realgymnasium zu 
Neiſse will in jedem Wintergemester eine Vermehrung der Stunden des 
naturbeschreibenden Unterrichts in der kombinierten II und 1, um PhySio- 
logie und Anatomie der Pflanzen mit mikroskopisSchen Demonsgtrationen, 
Sowie Tier-Phygiologie eingehend bebandeln zu können; welchem Unter- 
richtsgegenstand diese Stunde jedoch entzogen werden Soll, darüber gehen 
die Angichten augeinander. Der Referent von Schweidnitz hält die 
gymnagiale Vorbildung für das Studium der Medizin und der Natur- 
wisSenschaften für unzulänglich (was der Direktor bestreitet), ohne Je- 
doch eine Vermehrung der Unterrichtsstunden zu wünschen. Der Referent 
der Ober-Realschule zu Breslau endlich glaubt eine Verschiebung des 
naturbeschreibenden Unterrichts vorschlagen zu Sollen in der Art, daſs 
dergelbe erst in IV beginne, dafür aber durch alle Klassen durchgeführt 
werde, „da Unter-Sekundanern resp. Ober-Tertianern noch das nötige 
Verständnis für die Anatomie und PhySgiologie des Menschen, der Tiere
	        

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