Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Ziel und Methode des naturbeschreibenden Unterrichts. Korreferat. 171 
dienste grofser Männer zu ehren und anzuerkennen, dazu ist wohl die 
WisSenschaft, nicht aber die Schule berufen, und ich bin überzeugt, daſs 
die Verdienste Linnes Seine Unsgterblichkeit für alle Zeiten Sichern 
werden , Selbst wenn Sein SyStem nicht mehr in den Schulen gelehrt 
werden Sollte. Mit gleichem Recht müſste dann auch in andern wiSsSen- 
Schaftlichen DisSciplinen aus Pietät für Seinen Urheber mancher Ballast 
mitgeführt werden, über welchen der beutige Stand der WisSenschaft 
längst zur Tagesordnung übergegangen ist. Ich muſs daher beantragen, 
von dem zweiten Teil der These 7 die Worte „einerSeits" und darauf 
„andrergeits auch den Verdiensten des groſsgen Naturforschers 
gerecht zu werden" -- zu Streichen. 
Der Herr Referent hat davon Abstand genommen, für die verschie- 
denen Kategorien von Anstalten, Lehrpläne, welche die KlasSenpensen 
bestimmt umgrenzen, aufzustellen; er meint, „dieSelben würden Schon auf 
der dritten Stufe auseinander gehen müssen, da das Gymnasium um des 
früheren Abschlusses willen manches Schon in IV bringen müsse, was 
die Reallehranstalten bis III verschieben könnten.“ Allerdings würden 
diese Lehrpläne nicht für alle Kategorien höherer Lehranstalten dieSelben 
Sein können; aber das kann doch wohl kein Grund Sein, von ihrer Auf- 
Stellung abzuSehen. Ich Schlieſse mich vielmehr den in zahlreichen Gut- 
achten wie Beuthen, Glogau kath., Ohlau, Strehlen, (begonders für 
Botanik der Korreferent) ausgesprochenen Wüngchen an und erkenne mit 
ihnen die Notwendigkeit der Aufstellung einheitlicher Lehrpläne an, wenn 
auch die Verschiedenheit lokaler Verhältnisse eine gewisse Freiheit der 
Bewegung im Einzelnen, namentlich in Botanik und Mineralogie, fordern 
darf. Die nachstehende Pengenverteilung (S. 172), die ich hinter These 9 
des Herrn Referenten als These 10 einzuschalten vorschlage, 8oll den 
oben angedeuteten Wünschen nachkommen. 
Es ist nicht in Abrede zn stellen, daſs die Unterrichtserfolge in 
einem Lehrgegenstande nicht zum geringsten Teil von der Wertschätzung 
abhängen, welche dergelbe an einer Anstalt erfährt; je höher diese Wert- 
Schätzung gestiegen iSt, desto mehr, meine ich (gegen -den Referenten 
von Ohlau), werden auch die Schüler daran gewöhnt, dem Gegenstande 
eine erhöhtere Teilnahme, ein regeres Interesse und angestrengteren 
Fleiſs entgegenzubringen. Mit Recht weisen daher auch eine Anzahl 
von Gutachten darauf hin, daſs erfreulichere Unterrichtgerfolge als bisher 
auch in den naturbeschreibenden DiSciplinen nur dann erreicht werden 
würden, wenn diegelben eine geachtetere Stellung innerhalb des Rahmens 
der einer Anstalt zugewiegenen LehrobjJekte einnehmen. „Es ist wünschens- 
wert" heiſst es in dem Referat des König Wilhelms-Gymnagium zu
	        

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