Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Ziel und Methode des naturbeschreibenden Unterrichts, Korreferat. 17 3 
Breglau, daſs Sich die Überzeugung, daſs man es in dem natur- 
beschreibenden Unterricht mit einem integrierenden Teile des Gymnasgial- 
unterrichts zu thun hat, allgemein Kingang verschafft, und daſs man Sich 
allgemein dazu entschlieſst, dieser Überzeugung dadurch Ansdruck zu 
geben, daſs man diegem Fache den Kinfluſs auch wirklich einräumt, der 
ihm nach Seiner Stellung zukommt." Ahnlich Breglau (Ober-R, S.): 
„Soll der naturbesSchreibende Unterricht Sein Ziel erreichen, dann muſs 
auf dengelben von Seiten der Anstaltsdirektoren und Lehrer ein gröfseres 
Gewicht gelegt werden, als dies gröſfstenteils biSher der Fall war." 
Beide fordern alsdann in Übereinstimmung mit Neustadt und Lauban 
eine angemessene BerückSgichtigung bei Feststellung der Rangordnung 
und bei den VerSetzungen „und zwar in gleichem Werte mit derjenigen 
in der Gegchichte, Geographie und im Franzögischen." (Breslau König- 
Wilh.-G.) Ich Schliefse mich diesen Forderungen an. 
Schwieriger gegtaltet Sich jedoch die Sache bei dem weiter gehenden 
Wungche mehrerer Gutachten (Frankenstein, Oppeln und Leob- 
Schütz), die naturwisSenschaftlichen DiSciplinen von V an auch unter die 
Prüfungsgegenstände neu eintretender Schüler aufzunehmen und zwar 
Selbstverständlich mit dem Gewicht eines unter Umständen entsScheidenden 
KinflusSes auf das Regultat der Prüfung. Diese Forderung Schieſst über das 
Ziel hinaus und dürfte in der Praxis, Selbst wenn die Direktoren-Konferenz 
eine dahin gehende Regolution annehmen Sollte, einfach unwirks8am bleiben, 
weil Sie in den meisten Fällen eine Unbilligkeit, ja eine Ungerechtigkeit 
an dem aufzunehmenden Schüler begehen würde. Vergegenwärtigen wir 
uns nur, daſs ein nicht geringer Prozentgatz der neu eintretenden Schüler 
auf dem Lande von dem Ortsgeistlichen, oder von theologisch und philo- 
logiSch gebildeten Hauglehrern, denen in den meisten Fällen naturwisSen- 
Schaftliche Kenntnisse nicht zu Gebote Stehen, vorgebildet wird. Welcher 
Direktor würde es nun vor Sich Selbst verantworten können, einem bei- 
Spielsweise für UI in Sprachen und Mathematik durchaus genügend 
vorbereiteten Schüler bloſs darum, weil er in den naturbegschreibenden 
Disciplinen bisSher nicht unterrichtet worden Iist, die Aufnahme in diese 
KlasSe zu vergagen? Ja, welcher KlassSe Soll er ihn denn in diesem Falle 
überhaupt zuweisen? denn auch für die IV und V genügt er in dem ge- 
nannten Gegenstande nicht. Die Konferenz von Gleiwitz G. bilft Sich 
aus diesem Dilemma dadurch, daſs Sie gegenüber der Forderung ihres Re- 
ferenten erklärt, diegelbe Sei nicht allgemein durchführbar; Sie gestattet 
daher DiSpengationen. 
Ich bin der Angicht, diese DiSpengSationen werden die Regel bleiben, 
und wenn das Kollegium von Beuthen die Thege Seines zweiten Refe-
	        

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