Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Bestrebungen auf die Einrichtung der Kinheitsschule. Protokoll, 179 
verstanden. Er 8ei Gegner des Einheitsschulvereins, weil er das Palla- 
dium der bestehenden Bildung, die Gründlichkeit, nicht aufgeben wolle. 
Dir. Dr. Oberdick erklärt, daſs die Angabe auf S. 50 des Korre- 
ferats, wonach das Lehrerkollegium des MatthiasgymnagSiums in Breglau 
die EinheitsSchule gebilligt habe, einer Berichtigung bedürfe. Er gelbst 
Sei immer Gegner der KinheitsSchule und 7 Stimmen im Lehrerkollegium 
Seien ebenfalls dagegen gewesen. -- Er Spricht gich für Beibehaltung 
des Gymnagiums und des Realgymnagiums aus. Die EinheitssSchule er- 
klärt er für ein pädagogisches Unding. Übrigens glaube er, daſs im 
GymnasgSilalunterricht das Englische wichtiger Sei als das Franzögische; 
und doch Sei es milſsSlich, das Franzögische aufzugeben. 
Rektor Dr. Höhnen erklärt, es Sei doch wert, nach der Einheits- 
Schule zu Streben. Die Gründe gegen die KinheitsSchule gälten nur der 
Verschmelzung des GymnasSiums mit der Realschule. Es Sei aber im 
Thema von der Kinheitsschule überhaupt die Rede, nicht von der, welche 
GymnasSium und Realgymnagium verschmelzen wolle. Die andern be- 
Stehenden Schulen Seien bierbei auch zu berücksichtigen. -- Vor 
50 Jahren Seien Bürgerschulen entstanden, aus denen Sich die Real- 
Schule 1. O. entwickelt, die Sich jetzt wieder dem Gymnagium angenähert 
habe. Wenn nun Gymnasium und Realgymnasium verschmolzen würden, 
80 würde mit den Jetzigen Höheren Bürgerschulen der nämliche Prozeſs 
beginnen, und wir Seien dann nicht weiter als wo wir vor 50 Jahren ge- 
Standen. -- Die Verschiedenheit der Schulen Sei freilich nicht der Grund, 
aber doch mit ein Grund zu gefährlicher Uneinigkeit. So bestehe im 
engeren Kreise Schon Jetzt eine Differenz zwiSchen den Lehrern an 
Gymnasgien und Realgymnagien, und das übertrage Sich auf die Schüler, 
Der Vorwurf, daſs die Kinheitsschule von der Idealität des Gymnagiums 
Sich fern halte, Sei unbegründet. Die Behandlung nach der idealen Seite 
hin Sei Sache der Individualität des Lehrers. Den Vorwurf, daſs die 
Anhänger der EinheitsSchule von der allgemeinen Bildung nichts wisgen 
wollen, müsse er auch zurückweisen. 
Dir. Dr. Eitner s8pricht Sich gegen die EinheitsSchule aus, erklärt 
jedoch, daſs das Gymnasium einer weiteren Entwickelung fähig ei. Er 
Spricht für Bifurkation in den obern Klasgsen, einerSeits nach der huma- 
nisStiSchen, andergeits nach der realistiSchen Richtung hin, aber ohne 
Kombinierung. 
Korref. widerlegt den Vorwurf, daſs das Matthiasgymnasgium fälsch 
eitiert Sei. Er verweist auf den Mangel an Konferenzprotokollen, welcher 
die Berichterstattung erschwert habe. 
Dir. Dr. Brock glaubt die 8. 49 a. E. dem Gymnagium zu Königs- 
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