Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

180 Bestrebungen auf die Einrichtung der Kinheitsschule, Protokoll, 
hütte zugewiegene besondere Stellung zurückweisen zu Sollen ; das 
Lehrerkollegium Sei gegen den Hannoverschen Einheitsschulverein, aber 
nicht gegen die auf die Einführung einer Einheitsschule überhaupt ge- 
richteten Bestrebungen. 
Dir. Dr. Friede beantragt Schluſs der Generaldebatte. 
Der Antrag wird angenommen. 
Es folgt die Beratung über die Thesen. 
Ref. läſst Sich zunächst über den ZuSammenhang Seiner Thesgen 
aus. Er fügt hinzu, daſs auch deghalb, weil die militäriSchen Bildungs- 
anstalten keinesfalls der EinheitsSchule angeformt werden würden, die 
Unmöglichkeit einer EinheitsSchule bestehen bleibe. 
Dir. Dr. Hasper gstimmt der 1. These des Ref. bei. Die päda- 
920gischen und religiögen Grundlagen Seien auf den Gymnasgien und den 
Realgymnagien diegelben; er finde es aber für angemessen, daſs die unter- 
richtlichen Grundlagen verschieden Seien ; es fördere dies einen Inter- 
esSanteren Verkehr; er wünsche nicht eine Uniformierung wie in 
Frankreich. Eine nationale Zerklüftung durch das Nebeneinander- 
bestehen verschiedener Arten höherer Schulen Stellt er entschieden in 
Abrede. | 
Rektor Dr. Höhnen erklärt die in Frankreich bestehende Uni- 
formierung der Bildung für einen Grund zur Einführung der Linheits- 
Schule ; gerade Frankreich Sei national am ſfestesten geeint. 
Thege 1 des Ref. wird fast einstimmig (nur 3 Stimmen Sind da- 
2626en) angenommen. 
Dir. Prof. Dr. Moller hat folgende These vorgeschlagen: „Der von 
dem EinheitsSchulverein geltend gemachte Übelstand, daſs ungere Jugend 
gegenwärtig viel zu früh vor die Frage der Berufswahl gestellt werde, 
wird von jenem überschätzt und würde auſserdem durch die Einrichtung 
einer Kinheitsschule nicht begeitigt werden." Er wünscht die Gründe 
gegen die Einheitsschule möglichst in die Thesen aufzunehmen. Ein 
Übergang von einer Anstalt auf die andere werde Schwer in den oberen 
Klassen , diegen Übelstand aber bausche der Einheitsschulverein auf. 
Es werde eine mittlere EinheitsSchule neben der höheren Einheitsschule 
gewünscht; da würde die Schwierigkeit des Überganges von einer An- 
Stalt auf die andere eben auch wieder vorhanden Sein. 
Rektor Dr. Höhnen: Vom Gymnagium einer grofsen Stadt aus 
könne man die Frage nicht objektiv genug beurteilen. Für gröfsere 
Städte 8ei das Bedürfnis einer KinheitsSchule ein geringeres als für 
kleinere. Das Gymnagium Stehe auf bevorzugter Stellung ; aber die An-
	        

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