Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Bestrebungen auf die Einrichtung der Kinheitsschule. Protokoll, 131 
gehörigen anderer Schulen klagten darüber, daſs Sie zu früh zur Wahl 
des Berufs gedrängt werden. 
Kongistor.-Rat Eismann findet, daſs die These des Dir. Moller in 
der Thege 2 des Ref. enthalten Sei. Das Gymnasium lasse jede Berufs- 
wahl zu, das RealgymnasSium eine ganze Reihe bestimmter Berufswahlen. 
Es werde Somit durch die Gymnasgien der Berufswahl nicht präjudiciert, 
Dir. Prof. Dr. Moller beruft Sich auf die Erfahrungen, welche er 
an fünf Anstalten, darunter auch an kleinen, gemacht habe. 
Dir. Guhrauer bedauert, daſs denjenigen unter den Anwesgenden, 
welche die „EinheitsSchule" nicht schlechtweg verwerfen, durch Zurück- 
ziehung der Thegen des Korref. die Grundlage für Geltendmachung ihrer 
Angichten entzogen Sei. Die Frage der Berufswahl halte er doch für 
wichtig genug, um den Gedanken der Einheitsschule für erwägenswert 
zu erachten. 
Dir. Friede will vermitteln, These 2 des Ref. beibehalten und den 
ersten Teil der These des Dir. Moller hinzufügen in der Form: „Die 
Frage der Berufswahl wird von Seiten des EinheitsSchulvereins über- 
Schätzt." | 
Dir. Dr. Weck: Das Interesse der Familien Sei berechtigt; aber 
es Sei hier über allgemeine nationale Interessen zu entscheiden. 
Dir. Dr. Stein: Die zweite These S8chlieſse gSich an die erste un- 
mittelbar an; deshalb Sei die These Moller erst nachher zu behandeln. 
Rektor Dr. A. Gemol1l will ebenfalls die These Moller erst nachher 
behandelt wissen. 
Ref. betont, daſs die Eltern nicht immer Schon frühzeitig in der 
Lage Sind, zu bestimmen, welcher Schule sie ihre Söhne zuführen Sollen, 
Sondern der Zufall Sei bestimmend. Gebildete Eltern wählen die Schulen 
nach ihren Sympathieen. Anders werde es aber nicht werden, mögen 
wir mehr oder weniger Schulen haben. Die Berufswahl werde auch viel- 
fach durch die Schule Selbst bestimmi. | 
Die Thesge Moller wird mit Majorität abgelehnt. Es folgt die Be- 
Sprechung der These 2 des Ref. 
Rektor Dr. A. Gemoll schlägt vor, die Worte „Gründung und Ent- 
wickelung" abzuändern in „Bedürfnis". 
Reg.- und Schulrat Sander Schlägt für den zweiten Teil der These 
folgende FasSung Vor: „Die Urgachen, die Sie ins Leben gerufen haben, 
wirken noch fort.“ 
Ref. nimmt beide redaktionellen Änderungen an.
	        

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