Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

1 9 Bestrebungen auf Herstellung der Einheitsschule, Referat. 
einzelnen Gymnagien, Vorwürfe gemacht, die Sich auf den methodischen 
Betrieb des Unterrichts beziehen, und der Aufbau einer neuen Schule 
hauptsächlich auf der VorausSetzung fundamentiert, daſs dieser Schule 
„die beste und ſörderndste Methode" zu gebote Stehen würde. 
Da wir der Ansicht Sind, daſs in methodischer Beziehung stets ge- 
besSert werden könne und mügse, 80 prüfen wir jene Vorwürfe einzeln, 
nicht um eine neue Schule zu bauen, Sondern um der bestehenden zu nützen. 
Es Sind besonders vier Vorwürfe, die erhoben werden, dals zu vielerlei 
neben einander getrieben werde, daſs in dem Betrieb der Sprachen nicht 
eine richtige, natürliche Reihenfolge dergelben beachtet Sei, daſs der Be- 
trieb der Sprachen Vorwiegend grammatisch Sei, daſs der Unterricht zu 
wenig anschaulich Sei. 
a. Über das Zuviel der neben einander behandelten Gegen- 
Stände. Wir Sind Selbst, wie Schon oben angedeutet, der Meinung, daſs der 
jugendliche Geist, in dem wir ein möglichst vielseitiges InteresSse anregen 
wollen, dennoch geschädigtwerden müſste, wenn ihm nicht Zeitgelassen würde 
bei einem Gegenstande längere Zeit zu verweilen, er vielmehr in rastloger 
Hast von Stoff zu Stoff fortgerisszen würde, ohne jemals recht zur 
Besinnung und Klärung Kommen zu können. EKben desShalb haben wir Ja 
dem Einströmen immer neuer Gegenstände einen Damm entgegensgetzen 
wollen und dem Englischen, bei aller Anerkennung Seiner Wichtigkeit, 
den Kingang verwehrt. Jene Selbst, die den Vorwurf gegen das Gym- 
nagSium erhoben, Sind es, die eine Schule konstruieren, in der zwar 
vielleicht weniger Sprachen neben einander, Sicher aber nicht weniger 
Lehrgegenstände zugleich als im Gymnasium betrieben werden. Und 
wenn man mit einem der Gegner, mit Nohl (S8. 105), auf den höheren Lehr- 
ansgtalten nicht bloſs gelehrt wisgen WIll, wie man lernen müsse, Sondern 
auch alles Wisgenswerte Selbst den Schülern übermitteln will, 80 wird 
man Sicher noch viel mehr neben einander treiben müsgen, und dieger 
Übelstand wird Sich immer Steigern, da das WisSenswerte im steten 
Wachsen begriffen ist; thatsächlich weist der Plan, den Nohl für das 
„reorganigierte" Gymnasgium aufstellt, für Dla und IMb anuſser dem ſfakul- 
tativen Zeichnen nicht weniger als 12 obligatorische Lehrgegenstände 
auf, während Kühn S. 23 dem Gymnasium vorwirft, daſs es in dersSelben 
Klasse 10 bis 11 Fächer lehre. 
ß. InBeziehung aufdie Reihenfolge der Fächer, inSbesSondere 
der Sprachen, ist Kühn (S. 18-21) der Meinung, daſs folgende Ordnung zu. 
beachten Sei: Englisch, Franzögisch, Latein, Griechisch, 80 dals jedes 
folgende 2 Jahr Später beginne als das unmittelbar vorhergehende. „Die
	        

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