Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

192 Ziel und Methode des naturbeschreibenden Unterrichts. Protokoll. 
Unterklasgen anwendbar Sei. Zwar glaube er nicht, daſs diese Übungen 
getrieben werden, um das LinneSche System kennen zu lernen, Sondern 
umgekehrt ergebe Sich die Kenntnis desSelben aus den Bestimmungs- 
übungen. Das Linn&sche System führe zum natürlichen, in welches nur 
ganz tüchtige und gelehrte Lehrer die Schüler einführen könnten. 
Auch Gallien hält in den Unterklasgen nur das Linneäsche System 
für verwendbar und Stellt deSbalb folgenden Antrag: „Das Linnesche 
System ist vor dem natürlichen SyStem bereits in VI vorzunehmen. Die 
Namen für die einzelnen Klasgen Sollen erst in IV gelernt werden." 
Der Ret. verschlieſst Sich der Trefflichkeit des Linnäschen SysStems 
nicht, ist aber der Überzeugung, daſs man auch in VI obne Linn6& unter- 
richten kann. Das Bestimmenlernen nach Linn6G kogte viel Zeit, und 
BesSeres werde darüber vergäumt; die groſse MassSe der Schüler lerne 
überhaupt nicht bestimmen. Es genüge, wenn der Schüler die Gruppe, 
zu welcher eine Pflanze gehöre, angeben könne. 
Altenburg hält das LinnesSche SyStem weder in VI noch in V für 
nötig, vielleicht aber in IV, weil nach der induktiven Methode nicht mit 
dem System begonnen werden könne. 
Reier erklärt es für nötig, daſs der Schüler Sich wenigstens auf 
einem naturwisSenschaftlichen Gebiete heimisch mache, und dazu biete 
das Linnesche SyStem den besten Weg. 
Auch Gallien erklärt, daſs das Bestimmen nach Linn&6 leicht Sei. 
Bei der Abstimmung werden die Anträge Reier, Gallien, Altenburg, 
Weck abgelehnt, dagegen die Fassung der Referenten mit 37 Stimmen 
angenommen. 
Friede beantragt die Streichung der Sten These, weil Sie nur ex- 
plikativ Sei. Die These wird abgelehnt. 
- Der Ref. erklärt zu These 9, daſs man, da doch nicht alle Zweige 
der NaturwisSenschaften getrieben werden könnten, die Mineralogie am 
ersten entbehren könne. Jetzt bringe dieger Unterricht in II wenig 
Erfolg, und die Zeit könne für Anthropologie besser verwendet werden. 
Der Korref. hält die Ausschlieſsung der Mineralogie aus III für 
bedenklich , weil die aus II abgehenden Schüler wenigstens einige 
Kenntnis in der Mineralogie haben müſsten, da etwas immerhin besser 
Sel als gar nichts. Demgemälſs Sei er für Streichung der Thege. 
Steinvorth beantragt: „Es empfiehlt Sich ferner, den mineralogischen 
Unterricht, Sowie diejenigen Kapitel der Botanik und Zoologie, welche 
ohne physSikalisSche und chemische Kenntnisse nicht zweckentsprechend 
erteilt werden können, in die OII zu verlegen."
	        

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