Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

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10. 
Ziel unnd Methode des naturbeschreibenden Unterrichts. Protokoll. 
Wegentlichen zu unterscheiden, ec) durch Vergleich die gemeinsamen Merkmale 
von den nicht gemeingamen zu trennen, d) die ersteren zur Bildung höherer 
Einheiten zusgammenzufagsen, um endlich zu einer Übergicht über das Ganze 
zu gelangen. Aber er 8oll die Naturgegenstände nicht nur darauf hin an- 
Sehen, wie gie beschaffen, Sondern auch wie gie geworden gind und gich 
gegengeitig bedingen , um 80 einen Binblick in den Zusammenhang , die 
Wechgelwirkung und die Gegetzmäſgigkeit, die in der Natur herrscht, zu 
gewinnen. 
. Das Zeichnen ist, weil es unentbehrliches Hilfsmittel der naturwissenschaft- 
lichen Schulung und zugleich gicherster Prüfstein für den Erfolg ist, im 
naturbeschreibenden Unterricht auf allen Stufen Stetig zu üben. 
Das Maſs der zu erreichenden Kenntnisse ist durch die Lehrpläne vom 
31. März 1882 richtig bestimmt. 
. Eine Vereinfachung erscbeint nur wünschenswert in der Botanik, in der die 
Kenntnis des Linn6schen Systems nicht vor oder neben, Sondern erst 
nach der des natürlichen Systems zu vermitteln ist und zwar nur zu dem 
Zwecke, um den Untergechied zwischen küngstlichem und natürlichem System 
klar zu machen. 
Die Unterrichtsmethode ist zwar gemäſs Th. 3 die induktive, d. h. Sie geht 
in allen naturbeschreibenden Disziplinen und auf allen Stufen von der 
Beobachtung und Vergleichung aus, wird aber begonders in der Form der 
Bestimmungsübungen und in der Behandlung der Krystallographie durch die 
deduktive Methode ergänzt. Der Vortrag des Lehrers dient nur zur Ver- 
vollständigung der durch unmittelbare Anschauung gewonnenen Kenntnisse 
nach den Richtungen hin, die dergelben derzeit nicht zugänglich gind. 
Die Teilung der Klagsen II und II in zwei gubordinierte Cötus ist auch im 
Interesse des naturbeschreibenden Unterrichtes dringend wünschenswert. 
Für die angemessene Unterbringung und Aufstellung der naturgeschichtlichen 
Sammlungen ist ein begonderes Zimmer vicht zu entbehren, für ihre Ver- 
vollständigung und Erhaltung eine Pogition im Jahregetat der Anstalt aus- 
zuwerfen. 
Bei Feststellung der Rangordnung und bei Versgetzungen Sind die Leistungen 
in den Naturwisgenschaften in angemessener Weise zu berückgichtigen.
	        

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