Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Die richtige Aussprache des LateiniSschen auf den höheren Lehranstalten. Protokoll, 215 
geSchenkt werde. Die von Peters angewandte Methode verdiene wegen 
ihrer Einfachheit und Übergichtlichkeit den Vorzug. 
Der Vorsitzende teilt mit, daſs zu den Thegen eine Regolution 
von Gemoll-Striegau vorliege, welche laute: 
„in Erwägung, daſs eine tief eingreifende Veränderung der Aus- 
Sprache des LateiniSchen den UnterrichtSbetrieb Störe und in der Er- 
wartung, daſs die wahrnehmbare fortwährende VerbesSerung der Aus- 
Sprache des Lateinischen mit der Zeit ein allseitig befriedigendes Re- 
Sültat herbeiführen wird , beschlieſst die Versammlung, die aufgestellten 
Thegen nicht zur Abstimmung zu bringen." 
Der VorSitzende erklärt, es Scheine die AbsSicht der Regolntion zu 
Sein, die Vergammlung Solle Sich über die ThesSen nicht SchlüssSig machen, 
eine Beratung über die TheSen werde dadurch nicht ausgeschlosSen. 
Wolle der Antragsteller aber auch die Diskussion ausgeschlosSen WiSSen, 
dann müsse er eine Änderung in der Regolution eintreten lasgen , etwa: 
„über die aufgestellten Thesen zur Tagesordnung überzugehen." 
Antragsteller erklärt, er wolle den Übergang zur TageSordnung 
herbeiführen. 
Die Regolution wird darauf vom Antragsteller begründet. Er habe 
den Antrag nicht in Rücksicht auf die Kürze der Zeit, Sondern aus 
idealeren Gründen gestellt. Das Streben nach einer richtigen Aussprache 
Sei gerechtfertigt, aber die Praxis Sei gegen die Einführung der Reform. 
Das deutsche Sprachgefühl sträube Sich gegen die dem lateinischen 
eigentümliche AusSprache des Vokaligmus. Die AusSsSprache päter und 
Väter widerstreite Sich. Die AussSprache des c wie k Sei Sehr Schwer 
einzuführen. Der Lehrer, welcher an die herkömmliche Aussprache ge- 
wöhnt Sei, werde beim Unterrichte gehemmt, wenn er Sich bei jeder 
Silbe erst auf die Quantität und Aussprache besinnen müsse. Er wolle 
nicht zu dem Regultate der pommerschen Direktoren - Konferenz vom 
Jahre 1879 gelangen. Am besten Sei es, der Sache Ihren natürlichen 
Verlauf zu lasSen. Im GriechiSchen Sei man der richtigen Aussprache 
auf dieSem Wege Schon nahe gekommen. Auch im LateiniSchen habe 
Sich Schon viel geändert, und es werde mit der Zeit besser werden. Nur 
Solle niemand gezwungen werden, etwas zu lehren, was mit Seiner WISSen- 
Schaftlichen oder pädagogischen Überzeugung nicht übereinstimme. 
Brock bemerkt, der Vorredner habe nur den Ausschluſs der Ab- 
Stimmung begründet, nicht den der Debatte; er Sei für die Beratung, 
daher gegen die Regolution. Im Übrigen habe er Sich zu These 1 zum 
Worte gemeldet.
	        

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