Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Bestrebungen auf Herstellung der Einheitsschule, Referat. 19 
abgehenden Schüler auf beiderlei Anstalten im wegentlichen gleich Sein 
wird. Diejenigen, die aus der erstaunlich grofsen Zahl der abgehenden 
vchüler einen dem GymnasSium ungünstigen Schluſs ziehen, haben wohl 
die Gründe nicht recht erwogen, warum überhaupt Schüler Anstalten 
verlasSen. Da werden einige wegen des Todes oder Wohnungswechsels 
Ihrer Eltern, andere wegen Vergschlechterung ihrer äuſseren Verhältnisse 
auch gegen ihren Willen und trotz ihrer Befähigung zum Abgange ge- 
nötigt: andere empfinden, daſs ihr Körper der Lebensweise, wie gie die 
Schule mit Sich bringt, dem langen Aufenthalt in geschlosSenen Räumen, 
der Anstrengung der Augen 1. 8. W. nicht gewachsen 8ei, und verlasSen 
darum die ihnen lieb gewordene Schule und andere 8ind unſfleilsig, 
kommen nicht fort, werden von der Schule abgedrängt, während andere, 
die die Schule trotz der Langsamkeit, mit der Sie fortschreiten, um Ihres 
outen Willens gerne behalten und vielleicht auch fördern würde, von den 
über die Nichtvergetzung oder ungünstige Cengur erzürnten Eltern fort- 
genommen und wohl auch einer andern Schule übergeben werden; es 
folgen Solche, welche auf einen Schlechten Weg geraten Sind und, nach- 
dem alle Mittel, Sie auf den rechten Weg zurückzuführen, erschöpft Sind, 
aus der Schule entlasSen werden; gehen nicht endlich Schüler auch des- 
halb ab, weil Sie den von ihnen erwählten Beruf überfüllt Sehen? Wie 
kann man Verständiger Weise behaupten, daſs alle diese Fälle nicht an 
jeder Schule vorkommen können, oder daſs alle die bezeichneten Schüler, 
wenn Sie die Schule hätten länger besuchen können, wollen oder dürfen, 
das Ziel der Schule nicht erreicht haben würden ? 
E. Gegen die Berechtigungen des GymnaSlums. 
Die Berechtigungsfrage istin dem ganzenStreite Sehr oftberührtworden; 
zum teil ist auf Sie die Neigung, neue SchulsySteme zu gründen, zurücK- 
zuführen; 80 bezeichnet Otte in Seiner Schrift „das Gegamtgymnasinm'" 
als treibenden Beweggrund für Seine Vorschläge den Wunsgch, daſs der 
Realgymnasgialbildung ihr Recht (nämlich durch Ausstattung mit Be- 
rechtigungen) werden möge. Einige wenige wenden Sich gegen die Be- 
rechtigungen überhaupt und meinen, daſs bei freiester Konkurrenz auf 
allen Gebieten jedes Schulwesgen am besten zu Seinem Rechte kommen 
würde; insbegondere wird die Berechtigung, das Schulzeugnis für den 
Kinjährig-Freiwilligen Dienst zu erteilen, Scharf angegriffen, weil diesSelbe 
jede Schule zu Schädigen geeignet 8ei, und es wird dafür von Hornemann 
eine von der Schule unabhängige Prüfung vorgeschlagen. Die meisten 
aber wenden Sich mit Erbitterung gegen die Berechtigungen des Gym- 
naSiums, die Sie Vorrechte und Privilegien nennen, namentlich gegen das 
Ot
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.