Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

96 Bestrebungen auf Herstellung der EinheitsSschule. Referat; 
nationaler Riſs, ein ins Volk getragener DualiSmus genannt werden. (In 
diesem Sinne äuſsern Sich auch die Gutachten u. a. von Hirschberg, 
Glogau kath. G., Glatz, Freiburg (welches aus anderen Gründen die 
EinheitsSchule für wünschenswert, aber nicht für durchführbar hält), 
Glogau ev. G. (welches leugnet, daſs der vorhandene Dualismus durch 
die Einheitsschule zu überwinden Seil), wogegen u. a. Breglau höh. 
Bürgerschule I, die Befürchtung eines durch die Schule in das Volk ge- 
tragenen Dualismus teilt.) Der jenen Befürchtungen zu Grunde liegende 
Gedanke der VolkSeinheit tritt in noch gröfserer Stärke bei denen hervor, 
die um ihrer Erhaitung willen Selbst auf dem vor der Gymnasgilalzeit 
liegenden Schulgebiete, als0o für Kinder vom 6. bis 9. Lebensjahre, keine 
Vergschiedenheit der Bildung zulassen wollen und darum Sich ingbesondere 
auch gegen die Vorschulen höherer Lehranstalten mit Entschiedenheit 
wenden. Diese AnSicht vertreten u. a. Kühn S. 13. 28 und Nohl S8. 6, 
der letztere mit der Begründung, daſs durch die Vorschulen, durch die 
Absonderung der künftigen GymnaglaSten und RealgymnaglaSten von den 
übrigen Klementarschülern KlasSenhaſs erzeugt werde, während Horne- 
mann („Die einbeitliche höhere Schule" 8. 20. 21) darauf hinweist, daſs 
die Schuld an jenem Hasse nicht die Schule, 80ndern das Haus und das 
Leben trage. 
Am weitesten geht in dieser Richtung der Gleichmacherei Ja«ugiel, 
dessen Forderungen oft an Spartanisches anklingen, der alle Kinder ohne 
Ausgnahme in diesSelben VolksSchulen aufgenommen WwisSen will; wer von 
ihnen Später die höhere gemeingame Schule zu besuchen habe, darüber 
hätten nicht die Kiltern zu bestimmen, Sondern eine durch den Staat an- 
gestellte Prüfung, 
D. Schon vorhandene Einheitsschulen. 
Einen Trumpf Scheinen die in der Hand zu haben, welche darauf 
hinweisen, daſs die von ihnen geforderte EinheitsSchule bereits ins Leben 
getreten 8ei, und daſs deshalb die Frage der Möglichkeit ihrer Einrich- 
tung nicht länger zu erörtern Seil. 30 hat vor kurzem Klinghardt in 
einem besonderen Werke die EinbheitsSchüule Schwedens geschildert. 
(„Das höhere Schulwesen Schwedens und dessen Reform im modernen 
Sinne". Leipzig. Klinghardt 1887). Es lieſse Sich zwar die moderne 
SchwedisSche Schule mit dem Hinweise darauf abweisen, daſs Sie in Wirk- 
lichkeit keine Kinheitsschule ist, Sondern einen gemeingamen Unterbau 
von VI--UI darstellt, auf dem Sich eine Trifurkation aufbaut. Trotzdem 
Soll hier auf das Schwedische Schulsystem näher eingegangen werden,
	        

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