Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Bestrebungen auf Herstellung der Einheitsschule, Korreferat. 51 
Die in diesen Gutachten bervortretenden AnSgichten lassen Sich etwa 
folgendermaſsen wiedergeben. Die Annahme, daſs es möglich ei, für 
alle Schichten der Bevölkerung, deren Bildungsbedürfnis über die Ele- 
mentarschule hinausgeht, eine einzige allgemeine Bildungsanstalt zu er- 
richten und Gymnasgium, Realgymnagium und Oberrealschule in eine 
einzige Schule zu vereinigen, wird auch von ihnen verworfen. Dagegen 
wird es für wünschenswert gehalten, daſs die Vorbildung für alle 
höheren Studien einer einzigen Schule wieder zugewiegen werde. Wäh- 
rend einige Lehrerkollegien die bis jetzt vorliegenden Vorschläge 
des EKinheitsSchulvereins ausdrücklich als zu theoretisch und gchwan- 
kend bezeichnen, als daſs darüber ein Sicheres Urteil Schon jetzt ge- 
fällt werden könne, nehmen einzelne eine übrigens auch nicht allwegs 
zuStimmende Stellung ein. Jedenfalls Sind alle darin einig, daſs diege 
Kinheitsschule keine bloſge Kombination des Gymnagiums und Reagl- 
gymnagiums Sein Solle, Sondern Sich wegentlich auf dem Grunde des 
jetzigen GymnasSiums aufbauen müsse. Im allgemeinen wird dabei von 
der Ansicht ausgegangen, daſs durch den Gymnagial-Lehrplan von 1882 
dem Unterrichte in den realen Fächern und begonders in den Natur- 
wisSSenschaften genügend Raum und Zeit eingeräumt Sei, um diegen 
- zu billigen, ingofern die Einheit der Bildung höchst erstrebenswert ist. -- 
Jedenfalls muſs die Grundlage der EKinheitsschule das Gymnagium bilden, 
das in geinen wegentlichen Zügen erhalten bleiben muſs. 
8. Die Bestrebungen auf Herstellung einer Linheitsschule gind berechtigt. --- 
Ein Aufbau dergelben wird im wegentlichen nach den Ideen des Binheits- 
Schulvereins angebahnt werden mügsen. 
9. Die Bestrebungen, welche darauf ausgehen, das Realgymnasium in dem 
Gymnagium aufgehen zu lagsgen, Sind nicht Schlechthin zu verwerfen. Doch 
darf den Zielen des Gymnagiums kein wegentlicher Abbruch gegehehen. Da- 
gegen verdient die Oberrealschule als die Vertreterin des realistigehen 
Prinzips alle Förderung. 
10. Die Bestrebungen, die auf Herstellung der Einheitsschule gerichtet gind, gind 
zu billigen. Die zu begründende höhere Einheitsschule muſs gich an den 
vorhandenen Bestand der Gymnagien eng angehlieſgen. 
11. Das Lehrerkollegium bejaht die gestellte Frage. 
12. Es gind diejenigen Bestrebungen zu billigen, welche auf die Errichtung einer 
Erziehungsschule für die höhere Bildung des Volkes gerichtet Sind, derart, 
daſs das Wegentliche des gegenwärtigen Gymnagiums in geinen historisch- 
Sprachlichen Elementen mit dem Wesgentlichen der Realanstalten in ihren 
modern-naturwisgenschaftlichen Elementen harmonisch verbunden igt. 
13. Die Konferenz hält die „Einheitsschule im Anschluſs an das Gymnagium" für 
wünschenswert. 
14. Die Bestrebungen, welche auf Herstellung der Einheitsschule gerichtet gind, 
Sind im Prinzip zu billigen. -- Die höhere Einheitsschule goll keine Kombi- 
nation des bisherigen Gymnagiums und Realgymnagiums gein, Sondern gie 
baut aich wegentlich auf dem Grunde des jetzigen Gymnagiums auf. 
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