Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

68 Bestrebungen auf Herstellung der Einheitsschule. Korreferat, 
technischen Hochschulen ausreicht. „Dieser Umfang" 80 beiſst es 
weiter „ist nicht zu verringern, er Iist aber auch nicht durch Hineinziehen 
der Sphärischen Trigonometrie oder der analytisSchen Geometrie oder 
gar der Differentialrechnung in den Schulunterricht zu erweitern. Nicht 
ausgeSchlossen ist hierdurch, daſs unter geeigneten Umständen von der 
Sphärischen Trigonometrie 80 viel aufgenommen werde, als zum Ver- 
Ständnisse der Grundbegriffe der mathematischen Geographie dient, oder 
daſs Elemente der Lehre von den Kegelschnitten analytisch behandelt 
werden, wobei es Selbst möglich ist, eine Vorstellung von dem Diffe- 
rentlalquotienten zu geben; aber es darf den Schülern nicht einmal An- 
laſs zu der Meinung gegeben werden, als hätten Sie Sphärische Trigono- 
metrie oder analytiSche Geometrie bereits kennen gelernt. 
Nach dieser anutoritativen Erklärung bedarf es eigentlich keiner 
welteren Erörterung über diesen Punkt. Jedoch will ich nicht unter- 
lasSen hervorzuheben, daſs angesgehene Vertreter der modernen WisSsSen- 
Schaften noch in Jüngster Zeit im ganzen dengelben Standpunkt betont 
haben, der in den „Erläuterungen" zum Ausdruck gekommen iSt. 
So giebt es nach Dr. Lothar Meyer keine zweckmäſsigere Arbeits- 
veilung zwiSchen Vorschule und Hochschule als die in die niedere und 
höhere Mathematik. Jene Sollte nach ihm daher vollständig durchgeführt 
werden. „Es wäre aber von zwei Übeln weitaus das kleinere, wenn ein 
Stück der niederen Mathematik z. B. die Sphärische Trigonometrie lieber 
ganz Wwegbleibe, als wenn durch eine übereilte Behandlung vergäumt 
würde, das, was gelehrt wird, den Schülern wirklich zu Eigentum zu 
geben. Daſs ein geringeres Maſs vollkommen fester Kenntnisse viel wert- 
voller iSt als ein gröfßseres Maſs anf unsgicherer Grundlage, gilt in keiner 
Wisgengchaft mehr als in der Mathematik .... Vier wöchentliche Stunden 
für Mathematik und zwei für NaturwisSenschaft in allen Klasgen werden 
in der Regel reichen". Auch K. H. Schellbach in Seinem Aufsatze „Über 
die Zukunft der Mathematik an ungeren Gymnagien" iSt mit der Zahl 
von 6 Lehrstunden für Mathematik und Phygik in den zwei oberen Klassen 
zufrieden. 
Ich komme Jetzt zu den NaturwisSenschaſften oder, um den zutreffen- 
den AusSdruck der Ministerial-Verfügung vom 31. März 1882 zu gebrauchen, 
Zur naturwisSenschalitlichen Elementarbildung. 
Schon durch den Umstand, daſs dem naturwissSenschaftlichen Unter- 
richte eine kontinuierliche Folge von zwei Lehrstunden von der untersten 
bis zur obersten KlasSe zugewieSen ist, ist der erziehliche Erfolg, auf 
den mit Recht Soviel Gewicht von den Vertretern diesger WisSensSchaft 
gelegt worden ist, gesSichert. Die Anschauung zu bilden, die gewonnenen
	        

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