Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Bestrebungen auf Herstellung der Einheitsschule, Korreferat, 77 
tativen Unterricht in den oberen Klasgen und vor allem den techniSchen 
Hochschulen überlasSen bleiben muſs. 
Jedenfalls wird die Bildung des Auges, die bewuſste richtige Auf- 
fassung der Körperwelt, welche für viele Studienrichtungen 80 dringend 
verlangt wird, nur in einem über das jetzige Maſs erweiterten obligato- 
riSchen Zeichenunterrichte erreicht werden können. Auch wird Jenen 
VUnterrichtszweigen des Gymnasgiums, bei denen die Anschauung eine Rolle 
Spielt, durch einen Zeichenunterricht, der nicht geradezu in den ersten 
Elementen Stecken bleibt, nach dem Satze, daſs nur der recht zu Sehen 
und zu Vverstehen vermag, der im Stande ist, das Gegehene nach Seinen 
Formen auch zu reproduzieren, eine Förderung zu teil werden, die von 
Lehrern wie von Schülern gleich dankbar wird empfunden werden. 
Endlich wird auch dem fakultativen Zeichenunterricht durch die Be- 
Schränkung auf IT und I ein gröſfserer Erfolg in AusSicht gestellt werden 
dürfen, da das So Störende Hemmnis eines vielgestaltigen Schüler- 
materials erheblich vermindert und der auf diesger Stufe angezeigte 
Einzelunterricht bei fortgeschrittener Vorbildung der Schüler zu einer 
rationellen Verwertung kommen kann.*) 
Mit der Durchführung der vorgeschlagenen Veränderungen bezw. Er- 
gänzungen des Gymnasgiallehrplanes würde ein weiterer Schritt gethan 
- Sein, das Gymnasium den Strebungen der Gegenwart anzupassen. 
Zunächst würde durch die Ausdehnung des obligatoriSschen Zeichen- 
unterrichtes auf die III im organischen ZuSammenhange des Lehrplanes 
der nötige Raum gewonnen, die allgemeine bildende Kraft und Wirkung 
dieses Faches zu einem gewissen Abschluſs zu bringen. Sodann würde 
der Schon für das Hebräische und das Zeichnen übliche fakultative 
Unterricht um das Englische vermehrt werden. Die 80 geschaffene freie 
Bewegung würde es dem Strebsamen und begabten Schüler ermöglichen, 
auch auf jenen Gebieten Sich weiter zu vervollkommnen, welche für Seine 
Späteren Fachstudien ihm notwendig Sind, ohne daſs das Maſs der zu 
erreichenden Allgemeinbildung für den DurchschnittsSchüler vergröſsert 
würde. 
Ich betrachte Selbstverständlich diese Veränderungen nur als eine 
Übergangsmaſsregel, welche das Gymnasgium der Aufgabe, die Einheits- 
Schule der Zukunft zu Sein, näher bringen Soll. Im übrigen bleibe ich 
bei der Schon früber ausgesSprochenen Ansicht, daſs eine endgültige Ent- 
Scheidung der ganzen Binheitsschulfrage und aller mit ihr in Zu- 
*) Für eine Erweiterung des Zeichenunterrichtes treten ein die Referenten von 
Breslau (Elisabeth), Glatz, Kattowitz und der Korreferent von Strehlen, 80wie die 
Lehrerkonferenzen von Beuthen, Kreuzburg und Ohlau.
	        

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