Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 8=30.1888 (8)

Bestrebungen auf Herstellung der Einheitsschule. Korreferat. 79 
differenten, welche jeglicher Erhebung unfähig, Sich ebenso lähmend an 
das Volksleben hängen wie früher an das Schulleben." 
Für diese Klasse von Schülern ist eine gutorganisSlerte gehobene 
Volksschule --- eine S8S0genannte Mittelschule -- die beste Schule. Leider 
iSt diese Schulgattung am wenigsten verbreitet. 
Im Interesse der höheren Schulen wie der breiteren Volksschichten 
Selber kann diese Schulgattung nicht genug empfohlen werden. 
Und es ist gewils richtig, daſs, wenn dem unzweifelhaften Bedürfnis 
nach Solchen Mittelschulen in weiterem Umfange entsprochen und 80 eine 
Sichtung des Schülermateriales für die höheren Schulen ermöglicht ist, 
„mit dem gesichteten Schülermaterial, welches die Befähigung und den 
Willen hat das höchste Ziel der Anstalt, die maturitas, zu erreichen", 
auch leichtere und besSere Erfolge erzielt werden Können. 
Gleichwohl darf man an die Errichtung zahlreicher Mittelschulen 
keine allzu groſse Hoffnung knüpfen. Referent Königshütte weist ganz 
richtig darauf hin, daſs die Überfüllung ungerer höheren Schulen mit 
ungeeigneten Klementen aufs engste zusammenhänge mit dem Bildungs- 
drange der Zeit, mit der Sozialen Freizügigkeit, die den Eltern auch für 
ihre Kinder ein Drängen nach oben auferlege. Demnach wird Sich ent- 
Sprechend der Natur der Dinge eine Entlastung der höheren Schulen von 
den ungeeigneten Schülerelementen niemals völlig durchführen, aber durch 
die Errichtung und Förderung der Mittelschulen doch erleichtern lasSen. 
Denn wenn auch der Übertritt aus den unteren Gymnasgialklassen in die 
Mittelschnlen wegen der Verschiedenheit der Lehrpläne nicht bequem 
iSt, 80 wird doch, wenn es überhaupt in der Stadt oder in der Nachbar- 
Schaft Solche Schulen giebt, der Übergang vom Gymnasium auf eine Mittel- 
Schule Sich leichter vollziehen, denn die Zurückvergetzung in die KEle- 
mentarschule, 
Sonach darf ich wohl auf Zustimmung für die These hoffen: 
Diejenigen Schulen, welche den praktischen Bedürfnissen 
des Lebens und dem Fachunterrichte dienen, Sind thunlichst 
zu fördern. 
VI 
Zum Schluſs meines Berichtes kann ich es mir nicht versagen, einen 
Gegenstand wenigstens noch kurz zu Streifen, der in dem Programm der 
Einbeitsschulmänner eine grofse Rolle Spielt und auch in den Kinzel- 
gutachten vielfach erörtert ist, „die Reform der Methode". 
Es liegt in dem Rufe nach Reform der Methode ingofern eine arge
	        

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