96 1. Der erdkundliche Unterricht. Mb.
Man wird Sich hüten müssen, zuviel vorauszugetzen, Sonst wird eine
gleichmäßige Vorbildung auf den eigentlichen erdkundlichen Unterricht
nicht erzielt. Vgl. den Leitsatz a 1 des Hauptberichts. --
Ausflüge mit den Schülern Sind empfehlenswert (Br R, Beu, Lie, Grü,
Neu, Gö Protokoll). Man Sollte nur dann auf sie verzichten, wenn ganz
besondere Schwierigkeiten im Wege Stehen. Ich Schlage den Wert der Aus-
flüge höher an als der Verfasser des Hauptberichts. Bei Spaziergängen
wird der Grund gelegt zum verständnisvollen Anschauen der engeren
Heimat (Beu), Begriffe werden gewonnen, Ursache und Wirkung gewisgsger
Erscheinungen wird dargetan, die Aufmerkgamkeit für die Umwelt über-
baupt wird geweckt oder gesteigert und durch die größere Beachtung
der Heimat die Liebe zu ihr gestärkt (Br R). --
Weist die Umgebung der Heimatstadt eine deutliche vertikale Glie-
derung auf, 80 ist das Relief der Heimat von Nutzen. Daß es den Schülern
verständlich ist, geben ja ohne weiteres die Berichte zu, welche die Be-
deutung des Reliefs für Sexta ausdrücklich hervorheben (Beu, BrR, Gö, Grü).
Es vermittelt den Übergang vom Gelände zur Karte, von der Be-
trachtung der Wirklichkeit zum Verständnis der Darstellung (Br R, Gö).
Kein Schulort, mag er auch noch 80 gehr durch die Mannigfaltigkeit
Seines Geländes bevorzugt Sein, hat in Seiner Nähe Beispiele für alle erd-
Kundlichen Begriffe. Wo die Natur die Anschauung vergagt, tun Reliefs
mit typischen Einzelheiten, falls diese nicht in unwahrscheinlicher Weise zu-
Sammengedrängt Sind, gute Dienste neben Bildern und Beschreibungen (G6).
Daß das Relief erst nach Quinta gehöre, kann den Worten der Lehr-
pläne (vgl. Methodische Bemerkungen 2 Abgatz 2) nicht unbedingt ent-
nommen werden. --
Ein gutes Mittel zur Einführung in das Verständnis der Karten ist,
wie bereits die vorhergehenden Ausführungen andeuten, der Vergleich der
Wirklichkeit mit der Darstellung. Darum wird meist vorgeschlagen, mit
der Betrachtung und Zeichnung des Schulzimmers zu beginnen und iv»
der oft beschriebenen Weise zum Schulhaus, Schulhof, zur Stadt und zu
ihrer Umgebung fortzuschreiten. Hierdurch findet Sich der Schüler auch
am Schnellsten in die Orientierung und in den Maßstab. Wenn die Karte
eines bekannten Geländes unter Verwendung der üblichen Zeichen vor
den Augen der Schüler an der Tafel allmählich entsteht und darauf die
Skizze mit der gedruckten Heimatkarte verglichen werden kann, 350 be-
trachten die Schüler auch diese Karte als etwas gesetzmäßig Gewordenes,
als ein Ganzes, bei dem jeder Punkt und jede Linie, überhaupt jedes Zeichen
Seine bestimmte Bedeutung besitzt (Gö). Dann haften Zeichen und Natur-
bilder aneinander und werden gegebenenfalls gleichzeitig reproduziert
(Br R). Faustskizzen würden hier nicht am Platze gein.