Full text: Schulblatt für die Provinz Brandenburg - 9.1844 (9)

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allmählig bei uns entwi>elte und daß wir ihn erſt nach und nach 
gebrauchen lernten, aber das Eine behaupten wir, daß die Kraft zu 
denken uns nicht durch die ſinnlichen Eindrücke geworden iſt, ſondern 
in der urſprünglichen Einrichtung unſerer Natur lag. Ja wir be 
haupten, daß die allgemeinen Geſetze des Denkens, die Herr Be- 
neke ohne Zweifel doch anerkennt, niemals aus ſinnlichen Erfah- 
rungen hervorgehen können, ſondern als ein regulatives Prinzip als 
lem bewußten Denken voraufgehen. . 
Nach dieſen offenen Urtheilen über die pſychologiſche Anſicht des 
Herrn Prof. Beneke wird es kaum ndöthig ſein, noch beſonders 
auszuſprechen, daß wir ſie für ganz ungeeignet halten, einem Syſtem 
der Erziehungs? und Unterrichtslehre zur Grundlage zu dienen, theils, 
weil ſie einer überzeugenden Begründung entbehren, theils aber, weil 
ſie in ihrer praktiſchen Anwendung zur Vernachläſſigung vieler als 
wirkſam erkannten Bildungsmittel führen müßten, Das Lettere 
iſt es auch, was mich veranlaßt hat, meine Anſicht über die Sache 
auszuſprehen , und um ſo entſchiedener auszuſprechen , je mehr die 
Lobpreiſungen derer, die gern alles Neue als einen Fortſchritt ans 
ſehen, ganz dazu geeignet ſind, das Urtheil unſerer Elementarlehrer 
zu verwirren, 
Daß das Buh, beſonders im zweiten Theil, ſehr viel Gutes und 
Belehrendes enthält, räume ich ſchr gern einz auch gebe ich mein 
Urtheil uur als eine Anſicht, der immer eine entgegengeſekzte 
gegenüber ſtehen mag. Wenigſtens will ich meinerſeits mit Nie- 
manden ſtreiten, der in der Vſychologie des Herrn Prof, Beneke 
den Anfang einer neuen Aera der Pädagogik erblickt. 
Otto Schulz. 
4. 
Aus meiner Prieftaſche. 
Bekannt iſt die Erzählung von jenem Soldaten, der in beſter 
Form dreißig Sto>prügel bekam, und nach Herzensluſt lachte, 
während der Antipode ſeines Geſichts Ba&enſtreiche erhielt. Als
	        

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