Full text: Schulblatt für die Provinz Brandenburg - 12.1847 (12)

2 
z5egehren der Lehrer das Wort entgegengeſeßt: ſo ſehet nun 
zu, wie ihr vorſichtiglich wandelt, nicht als die Unweiſen, ſon- 
dern als die Weiſen. Anlangend das Verhältniß zwiſchen Kirche 
und Schule, ſo hat das Schulblatt ven Geiſtlichen unabläſſig 
vorgehalten, daß ſie von ver Schule nur einen Viebesdienſt, 
nur einen freien Dienſt aus Noth und Liebe fordern dürfen 
und ſollen, den Lehrern aber hat es ins Gewiſſen geredet, wie 
es ſchwere Sünde ſei, gegen Gott und Menſchen, der Kirche 
den Dienſt frommer Liebe zu verſagen, Auch für ihr Verhält- 
niß zu den engeren Lebenskreiſen der Ortsgemeinde und der 
Familie haben dieſe Blätter der Schule ſiets den Rath gegeben: 
verachte ſie ja nicht darum, vaß Du geſchickter biſt. Wenn es 
Euch Ernſt iſt, ihr lieben Lehrer, daß Haus und Kir<he euer 
Werk an der Jugend aufnehmen und weiter führen ſollen, ſo 
dürft ihr, wenn ihr dem Jeremias Gotthelf folgen wollt, 
„ja feinen Batter und Pfarrer für dumm halten darum, weil 
er nicht lautirt und nicht wurſtiſch ſpricht, ja wohl gar noc< an 
die drei Artikel glaubt,“ Das wäre vo< gewiß der wünſchens- 
wertheſte Zuſtand, wenn unſere Schulbücher zugleich Hausbücher, 
und ünſere Lehrmethoden zugleich Lebensmethoden wären, wenn 
die Schulen rükſichtlich der Erziehung von den beſſern Fami- 
Jien, die Familien rücſichtlic<h des Unterrichts von ven beſſern 
Schulen leicht lernen könnten, und wenn das Leben in Schule 
and Haus überall darböte eine Analogie des Glaubens, der 
Liebe und der Hoffnung und = ves geſunden Menſchenver- 
ſtandes auch! In Streitigkeiten hat ſich unſer Blatt wenig gemiſcht, 
Bonbons und Flintenſteine ſiebt es nicht. Es hat wohl Streit 
gehabt, aber ihn ſteis gemieden. Mitten im Kampf iſt es ein- 
gedenk geweſen, daß der Krieg um des Friedens willen da iſt, und 
bei Aller Anerkennung des Seegens, ver Anregung und Stär- 
kung ehrlicher Kämpfe, hat es doch vas neutrale Gebiet ſtets 
geachtet, und hat gewußt, daß es für die Sucher nach verſelben 
Wahrheit, für die Freunde desſelbigen Volks geben müſſe einen 
tiefen ſtillen Ort, den fein Streit erreicht, „wo die Welle ſic 
nicht bewegt, und wo der Wind iſt ein Fremdling.“
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.