Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

88 Amtlicher Teil 
| 8. Zeugnis. 
Über die beſtandene Schlußprüfung erhalten 
die Beſucherinnen ein Zeugnis nach anliegendem 
Muſter (Anlage 6). Nimmt die Schülerin an der 
Schlußprüfung niht teil, ſo erhält ſie nur eine 
Beſcheinigung über den Unterricht8beſuch und bleibt 
nach Maßgabe des Reichsſchulpflichtgeſeßes berufs- 
ſchulpflichtig. 
9. Berechtigungen. 
I. Der erfolgreihe, durch eine beſtandene 
Schlußprüfung abgeſchloſſene Beſuch befreit von 
der Verpflichtung zum Beſuch der hauswirtſchaft- 
lichen Berufsſchule im Sinne des 8 9 Abſ. 3a 
Saß 1 des Geſezes über die Schulpflicht im 
Deutſ<en Reich vom 6. Juli 1938 (RGBl. I 
S. 799) und vom hauswirtſchaftlihen Unterricht 
der kauſmänniſchen und gewerblichen Berufsſchulen. 
11. Das Zeugnis Über die beſtandene Schluß- 
prüfung 
a) gilt für Volksſchülexrinnen als Nachweis der 
Vorbildung für die Aufnahme in die Frauen- 
ſachſchule, falls die ſonſtigen Aufnahme- . 
| bedingungen erfüllt ſind, 
b) gilt als erſtes Halbjahr der AusSbildung zur 
Kinderpflege- und HausShaltgehilfin, 
c) wird angerechnet auf die vierjährige Beruſs8- 
arbeit zur Ausbildung als Volkspflegerin und 
d) gilt als Nachweis der hauswirtſchaftlichen Vor- 
bildung zur Aufnahme in ein Seminar für 
Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen. 
x 
Anlage 2. 
Richtlinien 
für die Shlußprüfung an Haus- 
haltungsſ<ulen, 
1. Prüfungsanſtalt. 
Schlußprüfungen finden nur an den Unterricht8- 
einrichtungen ſtatt, denen die Schulaufſicht8behörde 
die Anerkennung als Haushaltungsſchule erteilt hat. 
2. Ort der Vrüfung. 
Die Schlußprüfung findet in den Unterrichts- 
räumen und Übungösſtätten der Schule ſtatt. 
3. Prüfungsausſc<uß. 
Der Prüfungs8ausſchuß beſteht aus: 
a) der Leiterin bzw. dem Leiter der Sc<hule, an 
der die Ausbildung erfolgt iſt, als Prüfungs8- 
- eiter 
b) den an der Ausbildung beteiligten Lehrkräften. 
Die Mitglieder des Ausſchuſſes ſind zur Amts8- 
verſchwiegenheit verpflichtet. Gäſte dürfen aus- 
nahmsweiſe mit Zuſtimmung des Prüfungösleiters8 
der Prüfung beiwohnen. 
4. Zulaſſung zur Prüfung. 
Der Prüfungsleiter entſcheidet über die Zu- 
laſſung zur Prüfung. Die Prüfungszeiten ſind der 
Sculaufſichtsbehörde ſpäteſtens vier Wochen vor 
Beginn der Prüfung mitzuteilen. Zur Abſchluß- 
prüfung ſind nur ſolche Schülerinnen zuzulaſſen, 
- die den Lehrgang regelmäßig beſucht haben und 
das erforderliche Maß an ſittlicher und geiſtiger 
Reiſe beſiken. Es iſt ein Prüfungs8bogen nach 
anliegendem Muſter (Anlage 5) aufzuſtellen, in den 
die Schülerinnen in alphabetijcher Reihenfolge 
und die Beurteilungen ihrer Klaſſenleiſtungen ein- 
zutragen ſind. | 
Ein beſonderer Antrag auf Zulaſſung zur 
Prüfung wird von den Schülerinnen nicht verlangt. 
Jedoch ſind ein vom Prüfling mit der Hand ge- 
Ihriebener Lebenslauf (Anlage 3), ein Zeugnis 
Über die Klaſſenleiſtungen des zweiten Halbjahres 
und eine Beſcheinigung der Klaſſenleiterin über 
den regelmäßigen Beſuc<h der Haushaltungsſchule 
(Anlage 4) beizubringen. 
 
5. Dur<führung der Prüfung. 
Die Prüfung beſteht aus einem ſchriftlichen, 
einem praktiſchen und einem mündlichen Teil. 
Der Prüfungsleiter beſtimmt auf Vorſchlag der 
Klaſſenleiterin die Prüfungsaufgaben für die ſchrift- 
liche und die praktiſche Prüfung (ſoviel Aufgaben, 
wie Prüflinge vorhanden ſind). 
Schriftliche Prüfung. 
Für die in zwei Stunden unter Aufſicht zu 
ſertigende ſchriftliche Arbeit iſt eine Aufgabe zu 
ſtellen, die einem der Unterricht8gebiete zu ent- 
nehmen iſt und in engſter Beziehung zum praktiſchen 
Leben ſteht. - 
Praftijh4he Prüfung. 
In zwei praktiſchen Aufgaben, die 
2) dem Kochen und 
b) den Hausarbeiten oder der Handarbeit 
entnommen werden und zuſammen nicht über vier 
Stunden Zeitauſwand benötigen, muß der Prüfling 
pra*tijches8 und Überlegtes Können zeigen. 
Mündliche Prüfung. 
Die mündliche Prüfung iſt in Gruppen durch- - 
zuführen. Jeder Prüfling hat ſich zu zwei Aufgaben, 
die vem Stoffgebiete der theoretiſchen Ausbildung 
zu entnehmen ſind, kurz zu äußern. Die mündliche 
Prüfung kann den Schülerinnen erlaſſen werden, 
wenn ihre Klaſſenleiſtungen ſowie die ſchriftliche 
und praktiſche Prüfung als „gut“ zu beurteilen ſind. 
 
Über die Geſamtprüfung iſt ein zu- 
ſammenhängender Bericht zu den Akten der Schule 
zu nehmen. Er muß enthalten: die Namen der 
Prüflinge und bei jeder der Prüfungsaufgaben 
den Wortlaut der Aufgaben, die Namen dex an- 
weſenden Mitglieder des Prüfungs8ausſc<huſſjes unter 
beſonderer Hervorhebung des prüfenden Mitgliedes, 
den Beginn und Schluß der Prüfung und etwaige 
Pauſen. Der Bericht iſt von dem Prüfungzsleiter 
und. dem Bericht3verfaſſer zu unterzeichnen. 
Über den Verlauf und das Ergebnis der Prüſung 
iſt ein Bericht an die Schulaufſicht8sbehörde zu geben. 
6. Beurteilung der Leiſtungen. 
Für die Beurteilung der Leiſtungen gelten die 
Stufen „jehr gut" (1), „gut“ (2), „befriedigend“ (3), 
„ausreichend“ (4), „mangelhaft“ (5) und „un-
	        

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