Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

102 Amtlicher Teil 
im Übrigen durch meinen Runderlaß vom heutigen 
Tage =“- E IVc 3/39 ---, betreffend Einrichtung 
von Frauenfachſchulen, bereit8 aufgehoben (RMin.- 
AmtsblDtſch Wiſſ. S. 95). 
Die Beruſsbezeichnungen „Haushalt5pflegerin“, 
„Hausbeamtin“ ov. ä. werden durch die neue Be- 
zeichnung „Hauswirtſchaftsleiterin“ erſeßt. 
Für die Neuregelung der Ausbildung wird 
jolgendes beſtimmt: 
1. 
- Die Ausbildung zur Hauswirtſchaftsleiterin baut 
jim auf der Staatsprüfung in der Hauswirtſchaft 
auf, die den Abſchluß des Beſuches der Frauen- 
fjachſchule bildet. 
Nach Ablegung der Staatsprüfung in der 
Hauswirtſhaft muß die Berufsanwärterin ein 
Berufspraktikum von einem Jahr (einſchließlich 
eines Urlaub3 bis zu 28 Tagen) ableiſten, um die 
Anerkennung als Hauswirtjchaftsleiterin zu ex- 
halten. Der dafür gewählte Betrieb muß von der 
Leiterin einer Frauenfächſchule jeweils genehmigt 
und die. Arbeit während. des Praktikums von ihr 
fortlaufend Überwacht werden. Die Praktikantin 
hat regelmäßig Berichte einzureichen; ihre Arbeit 
im Betrieb iſt nach Möglichkeit gelegentlich. zu 
beſichtigen. 
1. 
Für die Anerkennung als Hauswirtſchaftsleiterin 
iſt eine beſondere Leiſtungsprüfung vor einem 
ſtaatlichen Prüfungsausſchuß abzulegen (Anlage 1). 
Bewerberinnen können dieſe Leiſtungsprüfung an 
jeder vollaus8gebauten, von mir anerkannten Frauen- 
fachſchule ablegen. 
- Dem Prüfling iſt nach beſtandener Prüfung 
eine Beſcheinigung nach anliegendem Muſter 
(Anlage 2) auszuhändigen. 
Berlin, den 1. Februar 1939. 
Der Reichsminiſter 
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung. 
R u ſt. 
An die Unterrichtsverwaltungen der Länder (einſchl. 
Oſterreich), den Herrn Reichskommiſſar für das 
Saarland in Saarbrücken, die Herren Preußiſchen 
Negierungspräſidenten und den Herrn Stadt- 
präjidenten der Reichshauptſtadt Berlin (Ab- 
teilung IV). -- E IVc 4 (a). 
(RMinAmtsblDtſch Wiſſ. 1939 S, 101.) 
* 
Anlage 1. 
Beſtimmungen 
über die Anertennungsprüſung 
zur Hauswirtſ<aftsleiterin, 
1. Prüfungsanſtalt. 
Prüfungen zur Hauswirtſchafts8- 
an vollausgebauten Frauen- 
Staatliche 
leiterin finden 
fachſchulen ſtatt. 
. 2. Ort der Prüfung. - 
Die Prüfung findet in den Räumen der Frauen- 
fachſchule ſtatt. 
. 3. Prüfungsausſ<uß. 
Der Prüfungs8ausſchuß beſteht aus 
23) dem Vertreter der Schulaufſichtsbehörde als 
Prüſungsleiter, 
b) der Direktorin der Frauenſachſchule, 
c) zwei Fachlehrkräften,- 
d) einer erfahrenen Hausſrau, 
e) einer Hauswirtſchaftsleiterin. 
Die Mitglieder werden von der Schulaufſichts- 
behörde beſtimmt, ſie erhalten ein Bexruſungs- 
ſchreiben. Die Mitglieder unter d und e werden 
einer Vorſchlagsliſte entnommen, die zu d von 
dem Deutſchen Frauenwerf und zu e von der 
Deutſchen Arbeitsfront vorgelegt wird. Die Mit- 
glieder des Ausſchuſſes ſind zur Amts8verſchwiegen- 
heit verpflichtet. 
Gäſte dürfen nur au8naohms8weiſe und mit Zu- 
ſtimmung des Prüfungsleiter8 der Prüfung bei- 
wohnen. 
&. Zulaſſung zur Prüfung. . 
Die Prüflinge haben die Prüfung in der Regel 
an derjenigen Frauenfachſchule abzulegen, an der 
ſie ſich der Staat8prüfung in der Hauswirtſchaſt 
unterzogen haben. Sie können ſich aber auch 
ausnahmsweiſe an jeder anderen vollausgebauten 
Frauenfachſchule melden. Dieſer Antrag iſt näher 
zu begründen. 
Das. Geſuch um Zulaſſung zur Prüfung iſt an 
den Prüfungsleiter über die Direktorin der in 
Betracht kommenden Frauenfachſchule einzureichen. 
Dem Zulaſſungs8geſuch ſind beizufügen: 
1. ein vom Prüfling mit der Hand geſchriebener 
Lebenslauf (mit Lichtbild), 
2. das Zeugnis Über die beſtandene Staats8- 
prüfung in der Hauswirtſchaft, 
3. die Beſcheinigung über das nach der Staats- 
prüfung in der Hauswirtſc<haft abgeleiſteie 
Berufspraktikum, 
4. ein polizeiliches Führungs8zeugnis Über die 
Zeit nach Ablegung der Staatsprüfung. 
Über die Zulaſſung zur Prüfung entſcheidet 
der Prüfungsleiter unter Beiziehung der Prüſungs- 
alten über die Staat3prüfung in der Hauswirtſchaft. 
Iſt die Staats8prüfung an einer anderen Frauen- 
fachſ<hule abgelegt worden, ſo ſind die Prüfungs- 
akten dieſex Anſtalt einzuſordern. 
5 Dur<führung der Prüfung. 
Die Prüfung gliedert ſich in: 
a) eine betriebswirtſchaftlich-praktiſche Arbeit von 
mindeſtens vier Stunden Dauer unter Be- 
rückſichtigung eines vom Prüfling gewählten 
Sachgebietes, | 
b) eine mündliche Prüfung in Form einer Aus- 
ſprache, in der ſich die vom Prüfling erlangte 
Berufsreife erweiſen ſoll. 
Über die Geſamtprüfung iſt ein zuſammen- 
hängender Bericht zu den Akten der Schule zu 
nehmen; er iſt von dem Prüfungsleiter und dem 
Bericht8verfaſſer zu unterzeihnen. |
	        

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