Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

Amtlicher Teil | 167 
 
Ort, Kreis, Provinz der Geburt; Beruf de8 Vaters; 
Religion; Körpergewicht und -größe; körperliche Fehler; 
Angaben über: Schulbeſuch, Ausbildung, Beruf und Be- 
ſchäftigung oder Arbeitsloſigkeit ſeit der Schulentlaſſung; 
beabſichtigten Beruſ; Zugehörigkeit zur HJ. (Marine-HJ. 
oder Fliegereinheit der HJ.) oder zu einer Parteigliederung 
(SA., 44, NSKK. NSRK., NSFK., DRK. uſw.); über 
bereit38 abgeleiſteten Arbeit3dienſt; ob Freiſchwimmer oder 
Radfahrer; ob Inhaber von Ehrenzeichen der Partei; 
über Beſiß eines Sportabzeichens, des Reiterſcheins, einer 
Beſcheinigung über die Ausbildung an einer Motorſport- 
ſhule des NSKK., ſonſtige Beſcheinigungen (z. B. über 
fliegeriſche Ausbildung) oder Führerſcheine; welche Kennt- 
niſſe im Morſen, Funken uſw. vorhanden ſind; ob und 
welche fremden Sprachen beherrſ<t werden; Angaben, 
ob und wo in früheren Jahren ein Annahmegeſuch als 
Freiwilliger eingereiht worden iſt; gewünſchte Ver- 
wendung (3. B. Flugzeugführer, Fallſchirmſchüße, Flugzeug- 
mechaniker, Funker, Kraftfahrer uſw.); genaue und deut- 
- ſiche Anſchrift, 
b) 2 Paßbilder, Bruſtbilder, von vorn geſehen, in der Größe 
von 37 x 52 mm und in bürgerlicher Kleidung ohne Kopf- 
bede>ung, nicht in Uniſorm, mit Vor- und Familiennamen 
auf der Rüdſeite, 
ce) länger dienende Freiwillige: Urkunden zum Nachweis 
der Abſtammung von deutſchem oder artverwandtem 
Blut (Geburtsurkunden oder Taufurkunden der Eltern 
und Großeltern väterlicherſeit3z und mütterlicherſeits). 
Bei Adoptivkindern ſind die Urkunden der leiblichen Eltern 
und Großeltern vorzulegen. ?) Fehlende Urkunden ſind 
möglichſt bald nachzureichen. 
4. Annahmegeſuße Freiwilliger dürfen nur bei einem 
Truppenteil und können jederzeit eingereicht werden, jedoch 
bis ſpäteſten38 5. Januar jedes Jahres für die Herbſteinſtellung, 
bis 5. Juli für die Frühjahröeinſtellung de3 nächſten Jahres 
und von allen landwirtſchaftlichen Arbeits8kräften für die Herbſt- 
einſtellung des nächſten Jahres. Annahmegeſuche, die nicht 
bis 5. Januar oder 5. Juli beim Annahmetruppenteil ein- 
gegangen ſind, werden für die nächſte Einſtellung nicht mehr 
berüdcſichtigt. 
E3 wird dringend empfohlen, das Annahmegeſuch ſo früh 
wie möglich einzureichen. Bewerber, die ſich erſt kurz vor 
Meldeſchluß bewerben, laufen Gefahr, infolge Beſekzung aller 
Freiwilligenſtellen nicht mehr berüdſichtigt zu werden. 
Vorlage von Annahmegeſuc<hen bei höheren militäriſchen 
oder ſtaatlichen Dienſtſtellen iſt zwe&los. Sie verzögert nur 
die Bearbeitung zum Nachteil des Bewerbers. 
5. Bei Überfüllung des Annahmetruppenteil8s werden die 
Geſuche geeigneter Bewerber durch Freiwilligen-Ausgleichſtellen 
an Truppenteile weitergeleitet, bei denen noch Bedarf an 
Freiwilligen vorliegt. Bewerber, die daraufhin ihr Geſuch 
zurückziehen, dürfen als Freiwillige künſtighin überhaupt nicht 
mehr angenommen werden. Sie können erſt mit ihrem Ge- 
buct3jahrgang zum aktiven Wehrdienſt ausgehoben werden. 
6. Nac< Abſchluß des Annahmeverſahrens erhalten die 
zur Einſtellung geeigneten Bewerber einen „Annahmeſchein“. 
Soweit Bewerber die feſtgelegten Annahmebedingungen nicht 
erfüllen oder der Bedarf an Freiwilligen bereits gededt iſt, 
1) Als nichtveutſchblütig gilt, wer von nichtdeutſchblütigen oder 
artverwandten, in8beſondere jüdiſchen Eltern oder Großeltern ab- 
ſtammt. Es genügt, wenn ein Eltern- oder Großelternteil nicht 
deutſchen oder artverwandten Blutes iſt. Dies iſt beſonder8 dann 
anzunehmen, wenn ein Eltern- oder Großelternteil der jüdiſchen 
Religion angehört hat. 
Als8 Abſtammung gilt auch die außereheliche Abſtammung. Durch 
Annahme an Kindes Statt wird ein Eltern- oder Kindesverhältnis 
im Sinne der Verfügung nicht begründet. 
erhalten ſie ein „Ablehnungsſchreiben“. Weitere Anträge: 
-- au< bei anderen Truppenteilen =- ſind dann zwedlos.. 
7. Freiwillige der Flakartillerie und Luftnac<hrichten= 
truppe, die nur 2 Jahre dienen wollen, reichen ihr Annahme-- 
geſuch nur bei dem für ihren dauernden Aufenthalt3ort zu-- 
ſtändigen Wehrbezirkskommando ein. Jhre Annahme als 
Freiwilliger erfolgt durch das Wehrbezirkskommando. Über“ 
ihre Zuteilung zu einem Truppenteil wird bei der Aushebung: 
entſchieden, zu der ſie ſich zu ſtellen haben. 
Welche Lauſbahnen 
ſtehen dem Freiwilligen offen ? 
1. Fliegertruppe: 
3) beim fliegenden Perſonal: 
Flugzeugführer, 
Hilfsbeobachter, 
Bordfunker (Fliegerſhüße) (Meldung bei der Luſt-- 
nachrichtentruppe), -- 
Bordmechaniker (Fliegerſchüße), 
Fallſ<hirmſc<hüße; 
b) beim fliegertechniſchen Perſonal: 
Flugzeugmechaniker, 
Flugzeughandwerker, 
Flugmotorenſc<hloſſer, 
Flugzeugelektrifer, 
Flugzeugfeinmedaniker, 
Flugzeugbombenperſonal, 
Fliegerwafſenperſonal, 
Flugzeugbildperſonal, 
Flugzeugfunkperſonal (Meldung bei der Luftnachrichten- 
truppe), 
Fallſchirm- und Sicherheit8gerät-Berſonal; 
c) beim allgemeinen Perſonal: 
Kraftſahrperſonal, 
Lagerperſonal, 
Feuerwertker, 
allgemeines Truppendienſtperjſonal, 
Muſiker, 
Sanitätsperjonal,. 
2. Flatartillerie: 
3) artilleriſtiſches- Verſonal, 
b) allgemeines Perſonal (wie bei Fliegertruppe). 
3. KLuftnachrihtentruppe: 
2) Luftnachrichtenperſonal (Funker, Fernſprecher, Fern» 
ſchreiber, Bordfunker), 
b) allgemeines Perſonal (wie bei Fliegertruppe). 
Alle Laufbahnen werden gleich hoch bewertet. Die Be- 
förderungsverhältniſſe in ihnen ſind ungefähr gleich. 
Beſondere Fähigkeiten ſind nachzuweiſen bei der Bewerbung: 
für folgende Laufbahnen: 
a) fliegendes Perſonal: 
beſte Geſundheit (Tauglichkeit für den Flugdienſt), ſport- 
lich gut dur<hgebildet, <arakterlihe Eignung (pſycho- 
logiſche Prüfung), gute Allgemeinbildung, techniſches 
Verſtändnis; 
b) fliegertehniſches Perſonal: 
Facharbeiter mit abgeſchloſſener handwerklicher Vor- 
bildung (Geſellenprüfung oder Jnduſtrieſacharbeiter- 
prüfung) aus folgenden oder ähnlichen Beruſen:. 
Schloſſer aller Art, Metallhandwerker (3. B. Klempner,, 
Kupferſchmiede), Tiſchler, Sattler, Maler, Elektriker, 
Mechaniker, Feinmechaniker, Büchſenmacher, fernes 
techniſche Zeichner, Kartographen, Photographen;
	        

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