Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

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2. Nur in beſonderen begründeten Fällen 
wirtſchaftlicher Not iſt es möglich, das Studium 
in den vorbereitenden Fächern (allgemeine Chemie, 
analytiſche Chemie, allgemeine Botanik, Vhyſik 
und phyſikaliſ<e Chemie) für die erſten zwei 
Semeſter auch an anderen Hochſchulen zu be- 
treiben. Hierzu bedarf es der vorherigen Ge- 
nehmigung des Reichsminiſters des Innern. 
UI, 
Für die Hauptvorleſungen iſt der nachfolgende 
Studienplan aufgeſtellt, der dieſe einem beſtimmten 
Semeſter zuweiſt; früheres oder ſpäteres, in8- 
beſondere auch wiederholtes Belegen der Vox- 
leſungen iſt zuläſſig. | 
Die Vorleſungen und Übungen ſind nach Zeit- 
einteilung und Dauer ſo einzurichten, daß ſie 
(if lüdtenloſe Ausbildung des Studenten gewähr- 
eiſten. 
IV. 
1l. Für die Anordnung des Vorleſungs8- 
verzeichniſſes iſt der Studienplan maßgebend. 
Eine Verſchiebung von Vorleſungen in ein anderes 
Semeſter iſt nur übergang8- und aus8nahmsweiſe 
zuläſſig, wenn beſondere zwingende Gründe hierzu 
infolge der örtlichen Hochſchulverhältniſſe vorliegen. 
2. Es fönnen ſowohl einzelne Vorleſungen in 
Teilabſchnitte zerlegt und von verſchiedenen Hoch- 
ſ<hullehrern geleſen wie auch verſchiedene Voxr- 
leſungen zujammengezogen und von demſelben 
Hochſchullehrer geleſen werden. 
Im leßbteren Falle iſt anzufündigen, welhes. = 
Etoffgebiet des Studienplanes die Vorleſung in 
ſich vereint. 
3. Die Vorleſungen über allgemeine Chemie 
ſind von den Fachvertretern der Chemie, die für 
phyſitaliiche Chemie und Phyſik von den ent- 
jprechenden Fachvertretern, die über Steriliſation 
von dem Fachvertreter für Hygiene und die über 
Pharmakognoſie möglichſt von einem beſonderen 
Vertreter diejes Faches zu lehren. 
B. Gtudienjahr. 
1. Studienjahr. 
(1. und IL Semeſter.) 
Experimentalhemie (anorganiſch und organiſch). 
Analytiſche Chemie I und I1. 
Experimentalphyſik 1 und 11. 
Allgemeine Botanik, 
Spezielle Botanik. | 
Botaniſch-mikroſkopiſche Übungen. 
Analytiſch-Hemiſches Praktikum 1 und I]. 
2. Studienjahr. 
(IIL. und IV. Semeſter.) 
Pharmazeutiſche Chemie 1 und 11. 
Galeniſc<he Pharmazie mit Übungen. 
Homöopathie mit Übungen. 
Pharmakognoſie. 
Pharmazeutiſch - Hemiſge8s Praftikum 1 und 11 
(Maßanalyſe, anorganiſche und organiſche Prä- 
parate, galeniſche Präparate). 
Amtlicher Teil 
Mitroſkopij<-pharmakognoſtiſche Übungen I und I1, 
Phyſitaliſches (bzw. phyſitaliſch-Hemiſches) Praktikum. 
Pharmaofologie. 
3. Studienjahr. 
(V. und VI. Semeſter.) 
- Bharmazeutiſche Chemie III und IV (Naturſtoffe, 
Organpräparate). 
Wertbeſtimmung von Arzneimitteln und Drogen. 
Methoden zur Unterſuchung von Arzneigemiſchen, 
Arzneiſpezialitäten und Giftſtoffen. 
Phyſiologiſch - H<emiſche Unterjüchungen 
Übungen. 
Grundzüge in Hygiene und Batteriologie mit 
Übungen. 
Apotheken- und Arzneimittelgeſeßbgebung. 
Geſchichte der Pharmazie. 
Pharmazeutiſc<-Hemiſches Vraktikum 11 und IV 
(Unterſuhung und Beurteilung von Arznei- 
gemiſ<hen, Spezialitäten und Lebensmitteln). 
Steriliſationsübungen. 
Pharmakognoſtiſche Übungen II und IV. 
Kurſus über Buchführung, Steuerkunde und Privat- 
wirtſchaftslehre. 
mit 
V. 
Dieſe Studienordnung tritt mit Wirkung vom 
handenen Studienordnungen und Studienpläne 
und ſebt dieſe außer Kraſt. 
Der Reichsminiſter 
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung. - 
In Vertretung: Zſ<hinbſ<. 
W J 1168/39 (b). 
161, Deutſcher Hohſ<hulführer 1939. 
Im Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin 
und Leipzig, iſt die 21. Ausgabe des vom Reich3- 
ſtudentenwerk gemeinſam mit der Reichsſtudenten- 
führung herausgegebenen Deutſchen Hochſ<hul- 
führers 1939 erſchienen (Preis 1 RM). 
Die neuen Studienbedingungen, die Wege zur 
Hochſchule, die Möglichkeiten, als Nichtabiturient 
zum Studium zu gelangen (Sonderreifeprüſung, 
Begabtenabitur, Langemardſtudium), die Studien- 
koſten, Fragen der Förderung, die Hilfseinrichtungen, 
die Lehrgebiete der Univerſitäten und Techniſchen 
Hochſchulen ſowie alle beſtehenden Univerſitäten, 
ſerner Fach- und Kunſthochſchulen Großdeutſchlands 
werden in dieſer Schrift behandelt. 
Der Deutſche Hochſchulführer 1939 bietet daher 
neben den örtlichen Hochſchulführern und ſtudenti- 
ſchen Jahrbüchern, Vorleſungsverzeichniſſen, die 
erſt für die ſpeziellen Ausfkünfte in Frage kommen, 
einen Überbli> über das geſamte Hochſchulweſen. 
Die Studien- und Beruſsberatung wird durch 
das Sammelwerk ſinnvoll ergänzt. Seine An- 
ſchaffung iſt de8halb zu empfehlen. 
- 1. April 1939 an die Stelle der etwa bisSher vor- “
	        

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