Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

224 Amtlicher Teil 
zu bringen verſprechen, müſſen deshalb nach- 
drücklichſt unterſtüßt werden. Gelingt es, ſchon 
bei dex Schuljugend Liebe zur Scholle zu weden, 
jo iſt zu hoffen, daß hierdurc< auc< die Einſtellung 
der Eitern beeinflußt wird und vor allem die ſo 
erzogenen Kinder ſpäter danach ſtreben werden, 
die erworbenen Kenntniſſe in einer Kleinſiedlung 
oder einem Kleingarten zu verwerten. 
Um dieſe Maßnahmen und die Arbeit in den 
Sculgärten zu fördern, würden der Herr Reichs3- 
miniſter für Wiſſenſc<aft, Erziehung und Bolk3- 
bildung und ich es begrüßen, wenn bei der Ex- 
richtung von Kleingartenanlagen und der Durch- 
führung von Siedlung3vorhaben geeignetes Ge- 
lände zur Anlage von Schulgärten zur Verfügung 
geſtellt wird und die Schulgärten möglichſt in 
unmittelbarem Zuſammenhang mit Kleingarten- 
anlagen oder Siedlungsvorhaben angelegt werden. 
Wenn auch der Schulgarten in erſter Reihe im 
Dienſte der Erziehung und des Unterrichts ſtehen 
muß und die beſondere Aufgabe hat, dur< praktiſche 
Arbeit die theoretiſchen Unterweijungen im Unter- 
richt zu ergänzen und zu unterbauen, ſo wird 
do<h eine engere Beziehung der Schulgärten zum 
Kleingarten- und Kleinjiedlungsweſen für beide 
Maßnahmen von Votrteil ſein. Vor allem wird 
der Eifer der Kinder, in dem Erfolge den Exr- 
wachſenen gleichzufommen, gefördert und ihnen 
. ein Vorbild gegeben, an dem ſie lernen künnen, 
während der Schulgarten andererſeits auch für 
die Schulung und Wirtſchaftsberatung der Exr- 
wachſenen wertvolle Hinweije bieten kann. 
E38 erſcheint de8halb eine möglichſt enge Zu- 
Fammenarbeit zwiſchen den Lehrern, die berufen - 
find, die Gartenarbeit der Schulkinder zu leiten, 
und den Sculungsfräften de8 Reichsbundes 
deutſcher Kleingärtner e. V. und des Deutſchen 
Siedlerbundes e. V. zwe>mäßig. Die Lehrer 
werden ſich vielfach gern an Lehrgängen ſür die 
Sculungskräfte dieſer Verbände beteiligen, um 
ihr Wiſſen zu bereichern; andererſeits werden ſie 
wie bisher bereit ſein, ſich gelegentlich für die 
Sculungs8arbeit dieſer Verbände, vor allem in 
ihrem Dienſtbezirk, zur Verfügung zu ſtellen. Die 
vom Reichsbund deutſcher Kleingärtner e. V. und 
dem Deutſchen Siedlerbund e. V. für die Schulung 
der Mitglieder beſchafften Anſc<hauungsmittel, wie 
Filme, Bilder, Tafeln uſw., werden den Schul- 
behörden auf Wunſ< zur Verfügung zu ſtellen 
ſein. Weitere Möglichkeiten der Zuſammenarbeit 
(gemeinſame Beſchaffung von Pflanzen, Sämereien, 
Düngemitteln) werden ſich örtlich ergeben. 
Ich bitte daher, darauf zu achten, daß im 
Zuſammenhang mit größeren Siedlungs- und 
Kleingartenvorhaben möglichſt auch Flächen für 
Sculgartenzwede vorgeſehen werden und dieſe 
beiden Maßnahmen im Einvernehmen mit den 
beteiligten Verbänden und Stellen ſo durc<geführt 
und ausgeſtaltet werden, daß ſie jich wechſelſeitig 
befruchten. 
Berlin, den 13. März 1939. 
Der Reichsarbeitsminiſter. 
Im Auftrage: Dr. Schmidt. 
An die Regierungen der Länder (Reſſorts für 
Kleingartenweſen). -- Für Preußen: An die 
Herren Regierungspräſidenten, den Herrn 
LVLerbandspräſidenten de3 Siedlungsverbandes 
Ruhrkohlenbezixk in Eſſen, den Herrn GStadt- 
präſidenten der Reichs8hauptſtadt Berlin in 
Berlin und den Herrn Reichskommiſſar für das 
Saarland in Saarbrücken. =- IV a 5. 3210/1/39. 
(RMinAmtsblDtſch Wiſſ, 1939 S. 223.) 
197. Gebrauch von Schreibheften im Unterricht. 
Zu dem Erlaß vom 17. Dezember 1937 
-- E 11a 3396 --, 
Für.den 3. Schülerjahrgang wird beim Schreib- 
unterricht zur Erleichterung des Überganges von 
der Doppellinie zur einfachen Linie die neue 
Lineatur 3 a eingeführt. 
Die Lineatur 3 a weiſt auf: 15 einfache Linien 
in einem Abſtand von 12 mm, 
Das Schreibheft mit Lineatur 3 3 iſt vom 
1. Juli 1939 ab zu benußen; es führt einen 
dunfelgrauen Umſchlag, der ein gelbgraues- 
Schildhen mit einer violetten Umfaſſungslinie 
trägi. 
In der Anlage ſind die Lincaturen für die 
Schreibhefte zuſammengeſtellt. 
Berlin, den 17. März 1939. 
| Der Reichsminiſter " = 
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung. 
Im Auftrage: Frank. 
An die Unterrichtsverwaltungen der Länder (einſchl. 
Öſterreih und Sudetengau; außer Preußen), 
den Herrn Reichsfommiſſar für das Saarland 
in Saarbrücken, den Herrn Stadtpräſidenten der 
Reich8hauptſtadt Berlin (Abteilung für BVolks- 
und Mittelſchulen) und die Herren Regierungs- 
präſidenten. = Abſchrift zur Kenntnis an die 
Herren Oberpräſidenten (Abteilung für höheres 
Schulweſen). -- E 11a 150. 
(RMinAmts3b!DtſchWiſſ. 1939 S,. 224.) 
“ | 
Anlage. 
HZineaturen in den SGreißheften. 
Lineatur 1 (1. Schülerjahrgang): 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Lineatur 2 (2. Schülerjahrgang): 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

	        

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