Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

Amtlicher Teil 233 
3. Jeder Schüler, der von einer anderen 
Sculart zur öffentlichen oder anerkannten privaten 
höheren Schule übergehen will, hat vor der Auf- 
nahme an der aufnehmenden Schule eine Prüfung 
abzulegen. Durch dieſe muß er nachweiſen, daß 
ſein Wiſſen und Können der Klaſſenſtufe, in die 
er einzutreten wünſcht, entſpricht, und daß er den 
Forderungen, welche die höhere Schule gemäß 
ihrer beſonderen Aufgabe und Arbeitsweiſe an 
die Leiſtungsfähigkeit der Schüler ſtellen muß, 
gewachſen iſt. Die Prüfung muß ſich auch auf 
das Gebiet der Leibeserziehung erſtre>fen. Vor 
der Prüfung iſt von der biSher beſuchten Schule 
ein Gutachten über den Schüler beizuziehen, ſoweit 
ſich dies nicht dur< das Abgangszeugnis dieſer 
Schule als unnötig erweiſt. Die Aufnahme erfolgt 
in jedem Falle nur probeweiſe. 
Schüler während der Probezeit nicht den Er- 
wartungen und zeigt er fich im Rahmen des 
Klaſſenunterrichts den zu ſtellenden Forderungen 
nicht gewachſen, ſo muß er die Schule wieder 
verlaſſen. Die Entſcheidung liegt in der Hand 
des Schulleiter3. Die Probezeit dauert mindeſtens 
ein halbes und längſtens ein ganzes Schuljahr. 
Berlin, den 5. April 1939, 
Der Reichsminiſter 
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung. 
Im Auftrage: Holfelder. 
An die Herren Oberpräſidenten (Abteilung für 
höheres Schulweſen), den Herrn Stadtpräſidenten 
der ReichShauptſtadt Berlin (Abteilung für höheres 
Schulweſen), den Herrn Reich8kfommiſſar für 
das Saarland in Saarbrücken, die Unterricht3- 
verwaltungen der Länder, den Herrn Reich3- 
kommiſſar für die Wiedervereinigung Öſterreichs 
mit dem Deutſchen Reich und den Herrn Reichs8- 
kommiſſar für die ſudetendeutſchen Gebiete. -- 
E 111 6 1303. 
. (RMinAmt3blDtſchWiſſ. 1939 S, 232.) 
 
208,3 Reichslehrpläne und Planung der 
Ingenieurſc<hulen, 
Unter Bezugnahme auf die „Reichsgrundſäße 
für die einheitlihe Ausrichtung der Fachſchulen 
de3 Bau- und Maſchinenweſen3“ (Runderlaß vom 
21. Oktober 1938 -- BE IVa 5177 --, RMin.- 
AmtsblDtſchWiſſ. S. 502) überſende ich in den 
Anlagen: 
1. die „Grundſäße ſür den einheitlihen Aufbau 
der Reichslehrpläne und die einheitliche Planung 
an den Ingenieurſchulen“ und 
'2. die biSher bearbeiteten ſe<38 Reichslehrpläne: 
3) für Maſchinenbau, 
b) für Elektrotechnik, 
6) für Leichtbau, 
d) für Ga38- und Waſſerinſtallation, Heizung 
und Lüſtung, 
e) für Schiffbau, 
f) für Hüttentechnif, 
ſoweit ſie für die Schulen des dortigen Bereiches 
erforderlich ſind. 
Entſpricht der- 
Die Reichslehrpläne der Abteilungen für Fein- 
medhanik und Mengenſertigung, Feinwerktechnik, 
Werkſtofftechnik und Kraftbetriebstechnikf (Sc<hiffs- 
ingenieurſchulen) ſind no< in Bearbeitung und 
werden Ihnen in Kürze zugehen. Die frühere 
Abteilung „Kraft- und Luſtſahrtec<hnit“ führt nach 
Umſtellung der Lehrpläne in Zukunft die Be- 
zeichnung „Leichtbau“. 
Um mit den vorhandenen Lehrkräften und 
Schulräumen einen möglichſt zahlreichen Nachwuchs 
bei höchſterreichbarem Werte der Ausbildung 
heranziehen zu können, und um Fehlanlagen in 
den Lehreinrichtungen zu vermeiden, muß an 
Stelle des bisSherigen unorganiſchen Zuſtandes in 
der Planung der deutſchen Ingenieurſchulen eine 
planvolle Verteilung der Aufgaben treten. Für 
dieſe Verteilung wird neben den örtlichen Ver- 
hältniſſen in erſter Linie der Bedarf maßgebend 
jein. I< ordne daher an: 
1. daß vom Beginn des Winterſemeſters 1939 ab 
nur noc< Aufnahmen von Studierenden für 
Abteilungen erfolgen dürfen, die von mir zu- 
gelaſſen worden ſind, 
2. daß für jede Ingenieurſchule die beiden Haupt- 
abteilungen für Maſchinenbau und Elektrotechnik 
zugelaſſen und 
3. die Übrigen Abteilungen nur nach folgendem 
Plane zu führen ſind: 
23) Abteilungen für Leichtbau: 
an den Ingenieurſhulen in Eßlingen, 
Chemniß, Hamburg, Berlin (Beuth- 
ſchule), Stettin, Eſſen und Magdeburg, 
b) Abteilung für Gas8- und 
Waſſerinſtallation, Heizung 
und Lüftung: Nn 
an der JIngenieurj<hule in Köln, 
ce) Abteilungen für Schiffbau: 
an den Ingenieurſchulen in Bremen, 
Hamburg und Kiel, 
d) Abteilung für Hüttentedchnik: 
an der Ingenieurſchule in Duisburg, 
e) Abteilungen für Feinmedanik 
und Mengenanſertigung: 
an den Ingenieurſhulen in Eßlingen 
und Frankfurt a. M., 
f) Abteilungen für Feinwerktednik: 
an den Jngenieurſchulen in Berlin 
(Gaußſchule) und in Dresden, 
9) Abteilung ſür Werkſtoffte<hnik: 
an der Jngenieurſchule in Halle, 
h) Abteilungen für Kraft- und 
Betrieb3teh<hnif (Sciffsingenieur- 
ſchulen): 
an den Ingenieurſchulen in Hamburg, 
Bremen, Stettin und Flensburg. 
I< behalte mir die aus8drüclihe Genehmigung 
vor: 
- für jede Abweichung von den Grundſäßen 
für den einheitlihen Aufbau der Reichs8- 
lehrpläne,
	        

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