Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

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Staatswiſſenſchaften (Dr. rer. pol.) erworben. 
I<D bin bereit, dieſen Studierenden auch die 
Möglichkeit der gleichzeitigen Erwerbung des 
afademiſc<en Grades eines Diplom-Volkswirts 
durc;<q Ablegung einer erweiterten Prüfung zu 
geben, bei der die neue Diplomprüfung3ordnung 
für Volkswirte entſprechend zu berückſichtigen 
iſt. I< ſtelle anheim, mir gegebenenfalls ge- 
eignete Vorſchläge für die Durchführung dieſer 
erweiterten Prüfung zu machen. 
ce) Studierende der Staatswiſſenſchaften an 
den Univerſitäten Wien, Graz und Innsbrud, 
die am Ende des Sommerſemeſters 1938 das 
erſte Rigoroſum beſtanden haben, können ihr 
Studium nach den bis8herigen Beſtimmungen 
am Ende des Winterſemeſters 1939/40 mit 
dem zweiten Rigoroſum abſchließen. Ziffer 1 b 
Abſaß 2 gilt entſprechend. 
d) Gtudierende der Staats8wiſſenſchaften an 
den Univerſitäten Wien, Graz und Innsbruc, 
die bereits im ſechſten oder einem höheren 
Semeſter ſtehen, beenden ihr Studium nach 
den biSherigen Beſtimmungen. 
e) Gtudierende der Staatswiſſenſchaften an 
den Univerſitäten Wien, Graz und Innsbrudk, 
die mit dem Sommerſemeſter 1939 in ihr viertes 
anrechenbares Studienſemeſter treten, müſſen 
ihr Studium nac< den neuen Beſtimmungen 
durchführen. 
f) Studierende der Handel3wiſſenſchaſten an 
der Hochſchule für Welthandel in Wien können 
innerhalb einer bis zum Ablauf des Sommex- 
jemeſters 1940 währenden Übergangszeit ihr 
Studium gemäß den bis8herigen Beſtimmungen 
durchführen und beenden. Die Abnahme von 
Zwiſchenprüfungen iſt jedoc< nach dem 1. April 
1939 nicht mehr möglich. 
, Nachdem durch 8 4 der Diplomprüfungs8- 
ordnung Kandidaten, die ihr Studium auf 
einen beſtimmten Spezialberuf abſtellen und 
deShalb Kenntniſſe in beſonderen Wiſſenſchafts8- 
zweigen nachzuweiſen wünſchen, die Möglichkeit 
zu einer erweiterten Prüfung gegeben worden 
iſt, iſt für beſtehende Sonderprüfungs3ordnungen 
kein Raum mehr. Jc< ſeße deShalb mit Wirkung 
vom 1. Oktober 1939 ab folgende Sonder- 
prüfung38ordnungen außer Kraft: . 
2) die Ordnung der Zuſaßprüfung für Diplom- 
Handelslehrer in den Schreibfächern und 
der BüÜrowirtſchaftslehre an der Wirtſchafts8- 
hochſc<ule in Berlin vom 4. September 1928, 
b) die Ordnung der Seminarabſchlußprüfung 
in Bürowirtſchaftslehre an der Univerſität 
Frankfurt a. M. und an der Handels8- 
hochſchule in Königsberg, 
ec) die Prüfungsordnungen für verſicherungs- 
wiſſenſchaftl ihe Sachverſtändige an der 
Techniſ<en Hochſchule in Berlin, der 
Wirtſchaft8hohſchule in Berlin ſowie an 
den Univerſitäten Berlin, Göttingen, 
Franfſjurt a. M, München, Exlangen, 
Würzburg, Gießen, Hamburg und an der 
Technijhen Hochſchule in Dresden, ſoweit 
5. 
Amtlicher Teil 
die wirtſchaftlich-juriſtiſche bzw. allgemeine 
(verwaltende) Klaſſe in Frage kommt. 
Der Nachweis gründlicher Kenntniſſe auf 
dem Gebiete des Verſicherung8weſen8 kann 
künftig im Rahmen der erweiterten Diplom- 
prüfung für Volkswirte und Kaufleute erbracht 
werden. 
Dur<h Runderlaß vom 18. Februar 1938 
--- 'W J 501 E IV -- (RMinAmtsblDtſc<hWiſſ. 
S. 108) habe ich die Übergangs8zeit, während 
deren es den Kandidaten freiſtehen ſoll, ſich 
nag der bis8herigen oder nach der neuen 
Prüfung3ordnung prüfen zu laſſen, bis zum 
30. September 1939 verlängert. Dieſe An- 
ordnung ſc<ließt nicht aus, daß auc< nac< dem 
30. September 1939 Prüfungen auf Grund 
der biSherigen Prüfung3ordnung abgenommen 
werden können, ſofern die Meldungen bis zum 
31. Auguſt 1939 eingegangen ſind. Au können 
Kandidaten, welche die Prüfung nach der alten 
Prüfungsordnung nicht beſtanden haben, die 
Prüfung nach dem 30. September 1939 auf 
Grund der bisherigen Prüfungsbeſtimmungen 
wiederholen. 
Es iſt mir die Anregung zugegangen, für 
die Durchführung der neuen Diplomprüfungs8- 
ordnung für zwei Semeſter Übergangsmöglich- 
keiten dadur< zu ſchaffen, daß die Ablegung je 
einer vierſtündigen Klauſur in Betriebstechnik 
und Statiſtik erſt von den Kandidaten zu ver- 
langen iſt, die ſich für das Winterſemeſter 1939/40 
zur Prüfung melden. Da nach den Aus- 
führungsbeſtimmungen die Übungsſcheine erſt 
zwei Semeſter vor der Prüfung erworben fein 
müſſen, iſt die erbetene Übergangs8beſtimmung 
nicht erforderlich. 
I< erkläre mich au8snahms8weiſe damit ein- 
verſtanden, daß für die erſte nach der neuen 
Diplomprüſungsordnung für Volkswirte und 
Kaufleute ſtattſindende Prüfung eine praktiſche 
Tätigkeit von vier Monaten als ausreichend 
anerfannt wird. 
Abſchließend erſuche ih, mir über die mit der 
neuen Prüfung3ordnung gemachten Erfahrungen 
zum 1. April 1940 ausführlich zu berichten. 
Dieſer Runderlaß wird nicht im RMinAmtsbl. 
DtichWiſſ. veröffentlicht. *) 
Berlin, den 10. März 1939, 
Der Reichsminiſter 
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung. 
Im Auftrage! Wader. 
An die Herren Vorſteher der nachgeordneten Dienſt- 
ſtellen der Preußiſchen Wiſſenſchaft8verwaltung 
und die Unterrichtsverwaltungen dex Länder 
mit Hochſchulen einſchl. Öſterreich (ohne Braun- 
IHweig und Tetſchen-Liebwerd). =- W J 1100. 
2) Au538 beſonderem Anlaß nachtruglich veröffentlicht. 
(RMinAmtsblDtſchWij|. 1939 S. 247.)
	        

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